Ein Mann hat am Freitag eine Bank in Berlin-Zehlendorf überfallen und einen Angestellten als Geisel genommen. Das sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag. Der Geiselnehmer fordere Geld und freien Abzug.
Der Bankräuber in Berlin drang gegen 16 Uhr in die Bankfiliale ein. Er gibt vor, im Besitz eines Sprengstoffkoffers zu sein und soll gedroht haben, das Gebäude an der Potsdamer Straße in die Luft fliegen zu lassen. Etwa 20 Menschen, darunter Mitarbeiter und Kunden, konnten noch vor dem Eintreffen der Polizei durch einen Hinterausgang fliehen.
20 Mitarbeiter und Kunden flohen rechtzeitig
Eine Geisel, ein 40-jähriger Mann, befindet sich auch am Freitagabend noch in seiner Gewalt. Die Polizei hat telefonisch den Kontakt zum Räuber hergestellt und auch bereits mit dem Bankangestellten gesprochen. Entgegen ersten Einformationen handelt es sich nicht um den Filialleiter.
Das Gelände rund um die Filiale der Deutschen Bank im gutbürgerlichen Stadtteil wurde großräumig abgesperrt, ein Großaufgebot von schwer bewaffneten Polizisten und Rettungskräften ist vor Ort. Der Täter, laut bild.de ein 20-jähriger Deutscher, soll eine Million Euro und ein Fluchtfahrzeug fordern. Die Polizei wollte diese Angaben nicht bestätigen.
"Wir sind jetzt im Moment in der Lage, die Situation bereinigen zu wollen, deshalb können wir Ihnen keine näheren Angaben zu dem Tatverdächtigen geben", sagte der Polizeisprecher am Einsatzort. Auch Berichte, wonach der Täter mit einer Bombe drohe, bestätigte die Polizei nicht.
Erinnerung an Banküberfall von 1995
In Berlin-Zehlendorf hatte sich 1995 der bisher spektakulärste Banküberfall mit Geiselnahme in der Hauptstadt ereignet. Damals stürmten vier Männer mit Maschinenpistolen die Commerzbank-Filiale in dem Stadtteil und nahmen 16 Geiseln. Die Räuber entkamen durch einen selbst gegrabenen Tunnel. Die Geiseln blieben unverletzt.