Seit Mitte August 2021 befand sich der ehemalige Lagerleiter und angebliche Pfleger in Untersuchungshaft. Diese Woche fällte das Bezirksgericht in Siders sein Urteil: eineinhalb Jahre Haft und drei Jahre Landesverweis wegen qualifizierter einfacher Körperverletzung, Urkundenfälschung und Verstoß gegen das Gesundheitsgesetz. Dies berichtet "Le Nouvelliste".
Gemäß Bericht reichten einige Eltern Beschwerde ein, als sie nach der Rückkehr der Kinder Einstichspuren auf ihren Oberarmen entdeckten. Der Anwalt des Vereins schilderte gegenüber "Le Nouvelliste" die Umstände des Einstellungsprozesses. Der Schwindler habe weder eine Qualifikation als Lagerleiter noch als Pfleger gehabt.
Er habe jedoch gefälschte französische Diplome vorgelegt, die schwierig zu verifizieren gewesen seien. Trotz eines zehnseitigen Fragebogens und eines Videointerviews vor der Anstellung fielen dem Verein keine Unregelmäßigkeiten auf.
Es stellte sich jedoch heraus, dass der Mann neben der Verabreichung von Spritzen den Kindern auch Blut entnahm und ihnen Nahrungsmittelergänzungen, homöopathische Mittel und ätherische Öle ohne elterliches Einverständnis verabreichte. Laut "Le Nouvelliste" ist der Mann frustriert darüber, dass er seine Ausbildung als Krankenpfleger nie zu Ende bringen konnte. Das Benutzen von Spritzen bei Kindern sei ein starker Drang bei ihm, der aus seinem Willen, anderen zu helfen, hervorgehe.
Psychiatrische Abklärungen stellten beim Mann eine Persönlichkeitsstörung mit "narzisstischen, unreifen und perversen Zügen" fest. In Frankreich sei er wegen ähnlicher Delikte schon viermal verurteilt worden. Ihm wurde verboten, mit Minderjährigen zu arbeiten. Bevor er in die Schweiz kam, hat der Schwindler sich schon in Frankreich mit gefälschten Diplomen und Strafregisterauszügen Zugang zu Arbeitsplätzen verschafft.