Oberösterreich

Mann will Figuren online verkaufen, nun droht ihm Haft

Ein 62-Jähriger aus dem Bezirk Vöcklabruck bekam plötzlich besuch von Zollfahndern. Grund: Er wollte Figuren online verkaufen.
Peter Reidinger
14.02.2022, 13:34

Der Vöcklabrucker (62) fiel aus allen Wolken, als die Zollfahnder bei ihm an der Tür läuteten. Die Beamten schauten sich in den Räumen um - und fanden noch viel mehr. Insgesamt mehr als drei Kilo Elfenbein wurden sichergestellt! 

Die Vorgeschichte: Die Fahnder wurden auf den Herren aufmerksam, weil er mit einem Userprofil auf einer Verkaufsplattform Dutzende Gegenstände aus Elfenbein anbot. Schließlich wollte man sich das Haus des Oberösterreichers mal genauer anschauen.

Mehr als 60 Einzelstücke

"Der Pensionist willigte bei der Kontrolle ein, die betroffene Ware, die er um einen Preis von insgesamt 12.000 Euro angeboten hatte, freiwillig vorzuführen. Dabei wurde das ganze Ausmaß des illegalen Handels ersichtlich: Insgesamt handelte es sich um etwas mehr als 3 Kilogramm Elfenbein in Form von mehr als 60 Einzelstücken, die den Zollbeamten vorgelegt wurden", so das Finanzministerium.

Was der Oberösterreich offenbar nicht wusste: "Mit der neu in Kraft getretenen EU-Verordnung wird nun auch der bisher leichter möglich gewesene Handel mit Antiquitäten, die Elfenbein enthalten, normiert", erklärt die Vorständin des verantwortlichen Zollamts Österreich, Heike Fetka-Blüthner.

"Der Handel mit derartigen Antiquitäten, also Statuetten, Schnitzereien oder Schmuckstücken, die Elfenbein enthalten und vor mehr als 50 Jahren erworben wurden, war bisher ohne Bescheinigung erlaubt – das ist nun anders: Kauf, Verkaufsangebote sowie Erwerb von Produkten aus Elefanten-Elfenbein sind ausnahmslos genehmigungspflichtig", so die Vorständin weiter.

Es droht sogar Haft

Bei vorsätzlichem Handeln droht eine mehrjährige Freiheitsstrafe oder Geldstrafen bis zu 360 Tagessätzen.

"War Elfenbein früher ein Prestigeobjekt und Kunstmaterial, wird es heute zu Recht als Resultat von Wilderei und Bedrohung für Elefanten angesehen und unterliegt deshalb dem Artenschutz. Besonders erschütternd ist daher bei diesem Aufgriff eine Elefantenfigur aus Elfenbein. Durch die professionellen Kontrollen auf Basis des Artenschutzgesetzes trägt der österreichische Zoll zum Erhalt und Schutz vieler gefährdeter Wildtierarten bei", betont Finanzminister Magnus Brunner.

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