Gerade zur Erkältungszeit preisen Hersteller Manuka-Honig als wahres Wundermittel an. Er soll das Immunsystem stärken, Husten lindern und sogar Infektionen vorbeugen. Dafür zahlen Konsumenten auch gerne bis zu 100 Euro für ein Glas.
Der besondere Honig stammt von Bienen, die den Nektar des neuseeländischen Manuka-Strauchs sammeln. Er enthält den Wirkstoff Methylglyoxal (MGO) in deutlich höherer Konzentration als herkömmlicher Honig – bis zu 800 Milligramm pro Kilo statt nur 5 Milligramm.
Doch wie der Wissenschaftsjournalist von Quarks schreibt, ist die gesundheitliche Wirkung nicht belegt. Im Labor zeigt Manuka-Honig zwar eine antibakterielle Wirkung. Doch für den Schutz vor Erkältungen oder anderen Infektionskrankheiten fehlen laut Experten belastbare Beweise.
"Wir haben den Labornachweis für eine antibakterielle Wirkung, aber es gibt meines Wissens noch keinen Beleg, dass sich daraus – außer im Bereich der Wundheilung – ein gesundheitlicher Nutzen für den Menschen ergibt", erklärt ein Lebensmittelchemiker.
Einzig beim Einsatz auf Wunden oder bei Verbrennungen könnte die antibakterielle Wirkung tatsächlich hilfreich sein. Dafür wird allerdings spezieller steriler Medizin-Honig verwendet – nicht das Produkt aus dem Supermarkt.
Womöglich lässt sich ein Hustenreiz mithilfe von Manuka-Honig lindern. Die wissenschaftliche Evidenz dafür ist allerdings schwach. Zudem gibt es keine Hinweise, dass Manuka-Honig hier besser wirkt als herkömmlicher, deutlich günstigerer Honig.
Die Verbraucherzentrale hält die vollmundigen Werbeversprechen der Hersteller für unzulässig. Wer seinen Geldbeutel schonen will, greift also besser zum heimischen Honig vom Imker.