Die Leiche von Fußballlegende Diego Maradona darf nicht eingeäschert werden, bis nicht alle Vaterschaftsklagen abgeschlossen sind. Ein Gericht in Buenos Aires hat am Mittwoch somit die Forderung von Magalí Alejandra Gil anerkannt, wie das Portal «iusport» berichtet. Die 25-Jährige behauptet, Tochter des am 25. November verstorbenen Kickers zu sein.
Gil wurde kurz nach der Geburt im Dezember 1995 in Adoption gegeben. Erst 2018 traf sie ihre leibliche Mutter wieder. Auf die Frage "Wer ist mein Vater?" soll die Mutter ihr erzählt haben, dass sie eine Affäre mit Diego Maradona gehabt habe und wenig später schwanger geworden sei. Seither bemüht sich Gil um einen DNA-Test.
Weil ihre Forderungen bisher erfolglos geblieben sind, hat Gil nach dem Tod Maradonas eine gerichtliche Maßnahme vorgelegt, damit seine Überreste nicht berührt werden, solange nicht DNA-Material für einen Vaterschaftstest sichergestellt und aufbewahrt worden ist. Andernfalls würden die leiblichen Kinder des Fußballers aufgefordert, einen Verwandtschafttest zu machen. "Jedes Kind hat ein Anrecht darauf, zu wissen, wer seine leiblichen Eltern sind", sagt sie.
Die Vaterschaftsklagen rund um Diego Maradona stapeln sich: Auch in der Stadt La Plata wohnt ein 19-jähriger Mann, Santiago Lara, der ebenfalls angibt, Sohn des Verstorbenen zu sein. Lara hatte 2014 durch Zufall erfahren, dass er ein Kind Maradonas sein könnte. Damals, mit 13 Jahren, war er an einem Kiosk vorbeigelaufen und hatte sein Facebook-Profilbild auf der Titelseite einer Zeitung gesehen. Der Titel machte ihn baff: "Dieser Junge könnte ein weiterer Sohn Maradonas sein", stand dort.
Er stellte den Mann, den er bis dahin für seinen Vater gehalten hatte, zur Rede. Marcelo Lara erzählte, wie seine Frau, Natalia Garat, ihm 2005 gebeichtet hatte, dass der kleine Santiago nicht sein Sohn sei, sondern aus einer Affäre mit Maradona entstanden sei. Sie ließ Marcelo Lara versprechen, dass er Santiago wie sein eigenes Kind großziehen würde. Eine Woche später starb Garat mit 23 Jahren an Lungenkrebs.
Marcelo Lara reichte jedoch eine Vaterschaftsklage im Namen von Santiago ein. Diskret, wie er es seiner Frau versprochen hatte. Doch die Gerichtsdokumente wurden an die Medien weitergegeben. Wenig später wanderte Santiago durch sämtliche TV-Sender. Seine wilde Lockenfrisur ist bis heute für viele ein Beweis, dass er Maradonas Erbgut in sich trägt.
Anders als Magalí Gil und Santiago Lara will der 17-jährige Sohn von Laura Cibilla anonym bleiben. Seine Mutter hat ihm von ihrer zweijährigen Liebesgeschichte mit Maradona erzählt. Doch der Jugendliche will nichts davon wissen. Maradona sei für ihn nur jener Mann, der seine Mutter im Stich gelassen habe, als diese ihm am meisten gebraucht hätte, erzählte Cibilla in einem Interview mit "Infobae".
"Als Diego meinen Sohn zum ersten Mal sah – da war er noch ein Baby –, sagte er: 'Endlich ein Kind von mir, das hübsch ist.'" Als der Kleine sieben Jahre alt war, habe Maradona sich zu einem DNA-Test bereit erklärt. Das Resultat war aber negativ. Für Cibilla ist klar: "Sein Umfeld hat das Resultat manipulieren lassen. Denn es gab keinen anderen Mann in meinem Leben als Diego." Das Kind habe er seither nicht mehr gesehen.
An dem Tag, an dem Maradona starb, umarmte der 17-Jährige seine Mutter und weinte zum ersten Mal um den verstorbenen Vater. Dann zog er seine Turnschuhe an und ging zwei Stunden lang joggen – und schloß damit die schmerzhafte Geschichte ab.