Marine Le Pen will ihren Vater bestrafen

Bild: Reuters

Parteichefin Marine Le Pen hat die Nase voll vom Verhalten ihres Vaters und Ehrenpräsidenten der rechtsextremen Front National. Am Donnerstag kündigte sie ein Disziplinarverfahren gegen Jean-Marie Le Pen an. Offensichtlich ist der Gründer mit seinen Ansichten der eigenen Partei zu extrem geworden. Der 86-Jährige warnt seine Tochter davor, die Partei zu sprengen.

Am Abend stellte Marine Le Pen im Gespräch mit dem Fernsehsender "TF1" den Gang vor das Exekutivbüro in Aussicht. Die familiäre Bande ist laut Parteichefin sekundär: "Bevor wir Vater und Tochter sind, sind wir politisch Verantwortliche." Sie hat ihm nahegelegt, "seine Weisheit unter Beweis zu stellen und seine politischen Verantwortungen zurückzulegen".

Vater für Marine Le Pen Klotz am Bein?

Grund dafür sei, dass ihr Vater eine Meinung vertrete, die den Statuten der Partei nicht entspreche. Le Pen hatte die Gaskammern als "Detail der Geschichte des zweiten Weltkriegs" bezeichnet. Diese Holocaust-Leugnung kann seine Tochter, die 2017 Präsidentin werden will und somit einen Großteil der Franzosen ansprechen will, nicht akzeptieren.

Der alternde Politiker hingegen ist der Ansicht, dass seine Tochter vom "System" manipuliert worden sei. Indem sie ihn angreife, gehe sie ein großes Risiko ein, die Partei zu sprengen, sagte er im Interview mit "RTL".

Verliert Le Pen seinen letzten Kampf?

Wann das oberste Parteigremium tagen und Entscheidung treffen wird, ist noch nicht bekannt. Der Vater bezeichnete einen Parteiausschluss als "vollkommen verrückt". Mit einem Ausschluss könnten Tochter und Partei einem Antreten des Altpolitikers bei den Regionalwahlen in Provence-Alpes-Côte d'Azur im Dezember zuvorkommen. In seiner bisherigen Laufbahn bei der Front National hatte sich Jean-Marie Le Pen gegen interne Gegner immer durchsetzen können.

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