"Mario Party Superstars" im Test: Die perfekte Fete

Auf Nintendo Switch wird wieder Party gemacht! "Mario Party Superstars" zeigt sich als Spiel für Groß und Klein, das Kenner und Neulinge begeistert.

"Mario Party" ist zurück und versammelt unsere liebsten Nintendo-Spielehelden zu "Superstars"-Feier. Für alle, die die Serie bisher nicht kannten: "Mario Party" ist eine Art verrücktes "Mensch ärgere dich nicht", bei dem sich die Mitspieler in wahnwitzigen Mini-Games messen, sich Punkte vor der Nase wegschnappen und versuchen, als Erster ins Ziel zu kommen. Nach Ausflügen zu neuen Gameplay-Möglichkeiten der "Mario Party"-Reihe wie einem Autorennen statt dem Vorwärts-Bewegen seiner Spielfigur auf einem virtuellen Spielbrett orientiert sich das neue "Mario Party Superstars" an den Wurzeln. 

Bei so gut wie jeder anderen Spieleserie wäre das Gemecker wohl groß, wenn die Entwickler nicht auch einmal etwas Neues wagen würden. Anders bei "Mario Party": Jedes Mal, wenn das Spiel die klassischen Spielbrett-Pfade verließ, war die Kritik nicht zu überhören. Die Spiele waren zwar allesamt spaßig, die Fans wünschten sich aber einfach mehr vom Bekannten statt Neues. Die gute Nachricht deswegen: "Superstars" ist ein ganz, ganz klassisches "Mario Party" geworden. Und das nicht nur beim Gameplay mit Würfeln, Punkten, Spielbrett und den süß herumwuselnden Spielfiguren im Party-Game.

Das kennt man doch!

Spieler aus ganz alten bis hin zu neuern "Mario Party"-Zeiten werden vieles Bekannte im neuen Switch-Game entdecken: Die Menüs, Spielbretter und Minispiele wurden zwar aufgehübscht und technisch etwas überarbeitet, sind aber beinahe allen vergangenen "Mario Party"-Teilen entlehnt worden. Moment mal, das kennt man doch, werden nun einige Spieler in Hinblick auf das 2017 für Nintendo 2DS und 3DS erschienene "Mario Party: The Top 100" sagen. Stimmt, aber einerseits ist jetzt auch das Rundherum wie Spielbretter und Menüs neu überarbeitet, andererseits sind es nicht dieselben Mini-Games.

Zwar schwelgt man in "Mario Party Superstars" jederzeit in alten Erinnerungen, verstaubt erscheint hier aber gar nichts. Für die Nintendo Switch hat sich der Party-Kracher hübscher denn je gemacht. Alle Nintendo-Spielfiguren von Mario über Luigi bis hin zu Yoshi und Donkey Kong sind liebevollst detailliert und animiert umgesetzt worden. Jede Figur verfügt über seine charakteristischen Eigenheiten und speziellen Bewegungen, jedes Level geht geradezu vor Details über. Und: Einige Minispiel-Areale sehen so fantastisch aus, dass sie sich mit jeglichen Hochglanz-Adventures messen können.

Ein einfaches Prinzip, aber...

Beibehalten wurde sogar der Soundtrack der Original-Spiele, doch auch er bekam eine Überarbeitung spendiert und dudelt nun fröhlich verzerrungsfrei und kraftvoll aus den Switch-Lautsprechern. Einige wenige Soundstücke kamen ganz neu hinzu, passen sich aber sehr gut in den originalen Remix ein. Wie bei fast jedem "Mario Party" ist das Herzstück des Spiels auch in "Superstars" der Party-Modus. Er kann entweder alleine gegen KI-Mitspieler oder zu viert lokal oder online gezockt werden und ist ein riesiger Spaß. Je mehr menschliche Mitspieler, desto besser, die fehlende Anzahl füllt aber immer die KI auf.

Wie in den ersten "Mario Party"-Games wird nun wieder um Plätze auf einem Spielbrett gewürfelt. Jeder Spieler würfelt der Reihe nach, rückt am Spielbrett vor und sammelt je nach überfahrenen Karten-Feldern Münzen ein. Am Ende der Runde startet dann jeweils ein Minispiel, in dem es um Highscores, Zeitrekorde und Co. geht und in dem man weitere Vorteile herausarbeiten kann. Das Ziel des Spiels ist einfach: Am Spielbrett ist jeweils ein Stern platziert, den man sich mit 20 Münzen kaufen und einsacken soll. Wer am Ende einer kompletten Spielrunde am meisten Sterne gesammelt hat, gewinnt.

...ein wahnwitziger Spiel-Ablauf

Doch man kann es schon erraten: So einfach wird es in einem "Mario Party"-Titel dann doch nicht. Dafür sorgen nämlich die vielen verschiedenen Felder am Spielbrett. Während einige uns beim Überfahren einfach Münzen oder andere Boni in Form eines Glücks-Roulettes spendieren und andere sie uns wieder wegnehmen, lösen Dutzende weitere die chaotischsten Szenen im Spiel aus. Ganz schön gemein, aber auch superlustig: Ein Feld lässt uns etwa entscheiden, an wen der haushoch führende Runden-Favorit seine mühsam ergatterten Sterne und Münzen verschenken muss. Mario, ärgere dich nicht!

Es wird aber noch viel, viel, viel verrückter! Einige Felder starten ganz spontan Minispiele, andere rauben einen Spieler aus und beschenken den nächsten, der über das Feld fährt, und wieder andere ziehen uns automatisch Münzen ab, die wir dann in einem speziellen Mini-Game zurückgewinnen sollen. Zudem tauchen immer wieder geheime Blöcke auf verschiedensten Feldern auf, mit denen man das Stern- und Münzen-Konto füllen kann. Noch einmal verschärft werden die Regeln in den letzten fünf Spielrunden: Da gewinnt und verliert man weit mehr Münzen auf einmal und kann auch kleine Boni erhalten.

Das "Mario Kart" in Brettspielform

"Mario Party Superstars" ist so etwas wie das "Mario Kart" in Brettspielform: Egal, wie weit man in den letzten Spielzügen vorne liegt, die vielen Spielmechaniken und unvorhersehbaren Ereignisse können so gut wie alles durcheinander wirbeln und den Letztplatzierten zum Sieger machen. Damit ist das Game zwar nichts für Menschen, die allzu leicht aus der Haut fahren, da aber das Spiel so dermaßen witzig und unterhaltsam umgesetzt wurde, kommt selten wirklich Frust über das chaotische Treiben auf. Und nicht bei allen Mini-Spielen geht es darum, der Beste zu sein, sondern um das Erlebnis.

Die Mini-Games werden jeder gegen jeden, aber auch zwei gegen zwei oder einer gegen drei Spieler gespielt. Welchem Team man angehört, entscheidet entweder die Farbe des Felds, auf dem man per Mini-Game-Start gerade steht, oder der Zufall. Die Auswahl ist riesig, es gibt 100 Minispiele, so dass auch nach 50 Stunden noch keine Langeweile aufkommt. Mal rennt man einen Berg hoch und wird von herabstürzenden Felsen behindert, mal schlägt ein Spieler in einem Boot Wellen um die Mitspieler wegzuspülen und mal malt man mit einem Buntstift eine vorgezeichnete Linie um die Bestzeit nach. 

Der Spaß steht eindeutig im Vordergrund

Manche Minispiele erfordern aber auch nur, Spaß gemeinsam zu haben und durch die Gegend zu hüpfen. Und das Schöne: Auch wenn Gewinner der Minispiele natürlich mehr Münzen als die anderen einsacken, bekommen alle Spieler zumindest ein kleines Münzen-Geschenk mit auf den Weg. Dabei sein ist schließlich alles und das Spiel tut trotz der teils chaotischen Situationen viel dafür, dass man bis zum Spielrunden-Ende hin um den Sieg mitspielen kann. Gespielt werden können je nach Wunsch zehn bis 30 Runden, wobei erstmals die Rundenzahl auch im laufenden Spiel einmalig geändert werden kann.

Eine nette Draufgabe sind auch noch die auf der Spielkarte verteilten Shops, in denen man Münzen für kleine Boni ausgeben kann. Sie eignen sich gut für fortgeschrittene Spieler und Taktiker, um sich einen vielleicht am Spielende entscheidenden Vorteil herauszuarbeiten. Einige Items können aber auch in den Minispielen gewonnen werden. Nutzbar sind etwa Buu Huus, die anderen Spielern Münzen und Sterne stehlen, der Einsatz mehrerer Würfel oder ein Teleport direkt zum heiß begehrten Stern am Spielfeld. Nach den Spielrunden steigt man im Level auf und kann so mehr Deko-Dinge im Shop kaufen.

Kleine Auswahl schmälert das Vergnügen nicht

Am Papier etwas gering klingt die Auswahl von fünf Spielbrettern und zehn Charakteren. Die Spielbretter begeistern aber nicht nur durch ihre abwechslungsreiche Gestaltung, sondern auch sich verändernde Spielregeln und sogar Tag-Nacht-Wechsel mit jeweils neuen optischen Eigenheiten. Und auch die Zahl der Figuren reicht vollkommen aus, auch wenn man sich vielleicht über eine ganz neue Figur gefreut hätte. So darf man in die Rollen von Mario, Luigi, Donkey Kong, Yoshi, Peach, Wario, Waluigi, Daisy, Rosalina und Birdo schlüpfen. Kleiner Wermutstropfen: Freischaltbar ist so gut wie nichts.

Neben dem Party-Modus wartet auf die Spieler allerdings noch der Minispiel-Berg, der die Spielbretter weglässt und nur die vielen Minispiele zocken lässt. Dabei unterscheiden sich mehrere Untermodi. Im Freien Spiel wählt man einfach die Mini-Games seiner Wahl aus, im Team-Match treten zwei gegen zwei Spieler in dafür gemachten Games an, in Trio-Herausforderungen spielen entweder alle gegeneinander oder einer gegen drei Spieler um die längste Siegesserie und in Superserie geht es online um die meisten Siege hintereinander. Außerdem warten noch zwei, drei Modi mit Sonderauflagen.

Ein fantastischer Hit für Single- und Multiplayer

Das Schöne an "Mario Party Superstars" ist, dass man sich nicht unbedingt entscheiden muss, ob man das Game alleine, mit Freunden oder mit Spielern in aller Welt zockt. Die größte Auswahl an Games und Modi bietet zwar das Mehrspieler-Game, aber auch Einzelspieler können fast alle Inhalte in Angriff nehmen und dank einer anpassbaren KI jede Menge Spaß dabei haben. Die Auswahl an Spielbrettern und Charakteren ist nicht so dermaßen riesig, dafür aber die Zahl der Mini-Games. Es gibt genug, um "Mario Party Superstars" bei jeder Gelegenheit mal wieder in die Hand zu nehmen.

"Mario Party Superstars" ist die perfekte Fete für Groß und Klein. Einerseits darf man kein hitziges Gemüt haben, andererseits haben aber auch Spieler eine Chance auf den Sieg, die vielleicht mit den Mechaniken oder mit Videospielen generell nicht so vertraut sind. Die Steuerung ist leicht erlernbar und durch die vielen Funktionen, die zum Teil auch auf Glück basieren, stellen sich sofort Erfolgsmomente ein. Fein wären noch mehr freischaltbare Inhalte gewesen. Doch auch so ist "Mario Party Superstars" ein Vergnügen, das wir alten und neuen "Mario Party"-Spielern wärmstens empfehlen.

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