Max Verstappen und Carlos Sainz – so hieß die Fahrerpaarung beim zweiten Red-Bull-Team Toro Rosso in der Saison 2015 und zu Jahresbeginn 2016. Während der Niederländer im zweiten Formel-1-Jahr bereits zu Red Bull befördert wurde, gleich sein erstes Rennen, den Großen Preis von Spanien, gewann, blieb Sainz bis 2017 beim zweiten Bullen-Rennstall, wechselte dann mitten im Jahr zu Renault. Die Beförderung zu Red Bull ist dem talentierten Spanier, der einzige Nicht-Red-Bull-Pilot, der 2023 ein Formel-1-Rennen gewann, jedoch verwehrt geblieben.
Warum, erklärte Red-Bull-Konsulent Helmut Marko nun der spanischen "Marca". "Sainz ist zweifelsfrei ein großartiger Fahrer. Er war bei Toro Rosso fast auf Augenhöhe mit Max", lobte der 80-jährige Grazer. "Aber", ergänzte Marko, "Sainz hatte das Pech, der Teamkollege von Verstappen zu sein."
Außerdem war das Verhältnis der beiden talentierten Fahrer nicht das Beste, meinte Marko. "Die Atmosphäre zwischen den beiden war ziemlich toxisch. Und so, wie das Team damals aufgebaut war, sah ich keine Möglichkeit, ihn bei uns zu halten", schilderte Marko weiter.
Sainz wechselte schließlich zu Renault, schaffte über McLaren den Sprung zu Ferrari., holte zwei Rennsiege. Darunter den Großen Preis von Singapur 2023 mit einer taktischen Meisterleistung. Der nunmehr 29-Jährige wird immer wieder als möglicher Kandidat für den Audi-Rennstall ab 2025 genannt. Denn auch bei der Scuderia scheint "Eigengewächs" Charles Leclerc in der Gunst der Teamführung und der Fans vorne zu liegen.
Dass Sainz, Sohn von Rallye-Ikone Carlos Sainz Senior, den Ruf eines reichen Sprösslings, der es bloß aufgrund der Finanzkraft seines Vaters in die Formel 1 schaffte, hat, sah Marko als nicht gerechtfertigt. "In den Nachwuchsklassen war er sehr schnell. Bei seinem ersten Formel-1-Test in Silverstone in den schnellen Passagen sogar schneller als Sebastian Vettel, der damals der Maßstab war. Er war fast auf dem gleichen Niveau wie Verstappen. Aber nur fast. Als wir die Wahl zwischen ihm und Max hatten, war klar, wie wir uns entscheiden mussten", so Marko.