Die Formel 1 ist mit Jahresbeginn in eine gänzlich neue Ära gestartet. Rund die Hälfte der Leistung kommt vom neuen E-Motor, dadurch sollte die Rennserie nachhaltiger werden. Das Problem dabei aber: Die Autos wurden auf den Geraden plötzlich langsamer, kamen ins sogenannte "Superclipping", also ins Aufladen der Batterie. Die Fahrer mussten teilweise vorzeitig vom Gas gehen, besonders aufs Aufladen der Batterie achten.
Das sorgte schnell für einen Aufschrei im Fahrerfeld. Vierfach-Champion Max Verstappen sprach früh von "Formel E auf Steroiden" und von "Anti-Racing", Doppel-Weltmeister Fernando Alonso nannte die Rennserie sogar eine "Batterie-WM". Das führte nun dazu, dass die Formel 1 schnell Regeländerungen umsetzte. Die Ladekapazitäten und die Energierückgewinnung wurden heruntergesetzt – dadurch ist wieder mehr Vollgasfahren möglich.
Für den ehemaligen Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko aber nur ein erster Schritt. "Das, was bisher geschehen ist, ist ganz klar zu wenig", so der Grazer gegenüber "RTL". Der Verbrenner müsse wieder deutlich gestärkt werden, der Hybridmotor verschwinden. Nur so könne man wieder "pures Racing" sehen, meinte Marko. Besonders problematisch sei, dass sich die Boliden auf Qualifying-Runden an manchen Stellen verlangsamen, "ohne, dass der Pilot das will. Das muss so schnell wie möglich behoben werden". Aktuell habe die Rennserie jedenfalls "mit dem ursprünglichen Charakter der Formel 1 nichts mehr zu tun".
Marko verlangt also weitreichende Regel-Anpassungen. Die es auch tatsächlich bald geben könnte. Denn schon jetzt wird wieder über die Wiedereinführung der V8-Motoren spekuliert. "Je früher der kommt, desto besser!", so Marko.
Verstappen ist einer der größten Kritiker des neuen Regelwerks, Marko langjähriger Förderer und Mentor des Niederländers. Allerdings würde es nicht nur um den Vierfach-Champion gehen, meinte Marko. "Es geht aber nicht nur darum, ob es Max gefällt. Es geht ums Racing", so der 83-Jährige.