Der Volkswagen-Konzern hat beschlossen, mit zwei Marken ins Formel-1-Rennen zu gehen: Porsche und Audi. Während die Ingolstädter mit dem Sauber-Team, aktuell unter dem Namen Alfa Romeo fahrend, sowie mit McLaren in Verbindung gebracht werden, galt Porsche als wahrscheinlichster Partner von Red Bull. Schließlich braucht der rot-weiß-rote Rennstall nach dem Ausstieg von Honda einen Motorenpartner, baut seine Triebwerke aktuell als Red Bull Powertrains selbst, mit tatkräftiger Honda-Unterstützung. Und nur, weil die Entwicklung der Triebwerke eingefroren wurde.
Nun wurde die Partnerschaft in mehreren Medienberichten geleakt. Porsche wird demnach ab 2026 nicht nur als Motorenlieferant der Bullen auftreten, sondern auch 50 Prozent des Teams erwerben. Dies geht aus einem nun an die Öffentlichkeit gelangten Bericht der marokkanischen Kartellbehörde hervor. Der Behörde wurde der geplante Anteilskauf gemeldet.
Red-Bull-Berater Helmut Marko gab sich auf die Enthüllungen angesprochen gegenüber der "Kleinen Zeitung" noch bedeckt. "Die Meldungen sind voreilig, wir haben Gespräche geführt, entschieden ist aber noch nichts", so der 79-Jährige. Gleichzeitig machte Marko klar, woran es noch hapert: der endgültigen Vorstellung des neuen Motorenkonzepts. Das hätte bereits bis Ende Juni abgeschlossen sein sollen, es wird aber noch weiter verhandelt.
"Der VW-Konzern hat entschieden, dass er in die Formel 1 geht, wenn das neue Motorenreglement erlassen wird und mehrere Aspekte beinhaltet. Da geht es um Cost-Cap, Newcomer-Status, Co2-freien Treibstoff und noch ein paar Punkte mehr", schilderte Marko. Die Nobel-Marke aus Stuttgart warte also die endgültige Motorenentscheidung ab. Die neuen Formel-1-Treibwerke sollen ab der Saison 2026 die Boliden beinahe zur Hälfte elektronisch antreiben und mit einem Bio-Sprit fahren.
"Es gibt Einwände von Ferrari und Mercedes, die ihren Vorteil behalten wollen", führte Marko weiter aus, warum sich die finale Motoren-Entscheidung verschoben hat. Schließlich hätte Red Bull die Porsche-Partnerschaft gerne im Rahmen des Heimrennens in Spielberg präsentiert.