Geschichte wurde in Marokko geschrieben: König Mohammed VI. ernannte die 50-jährige Juristin Fatima Ezzahra El Mansouri zur ersten weiblichen Regierungschefin des nordafrikanischen Landes.
Die bisherige Bauministerin und Bürgermeisterin von Marrakesch wurde im Königspalast empfangen und offiziell mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt.
El Mansouris liberal-zentristische Partei PAM (Authentizität und Modernität) hatte bei der Parlamentswahl am 23. September einen klaren Sieg eingefahren. Sie kommt im neuen Parlament auf 97 der 395 Sitze und liegt damit deutlich vor der bisherigen Regierungspartei RNI von Aziz Akhannouch, die auf 66 Sitze kam.
Wie n-tv berichtet, wurde die PAM 2008 von einem Berater des Königs gegründet und positioniert sich als säkulares Gegengewicht zur islamistischen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD). Diese kam auf 54 Sitze und kündigte an, in der Opposition zu bleiben.
Gemäß der marokkanischen Verfassung ernennt der König den Regierungschef aus den Reihen der stärksten Fraktion im Repräsentantenhaus. Bei wichtigen politischen Entscheidungen hat jedoch der Monarch weiterhin das letzte Wort.
El Mansouri steht nun vor Koalitionsgesprächen. Obwohl die PAM im Wahlkampf eine Zusammenarbeit mit der RNI zunächst ausgeschlossen hatte, zeigte sich die neue Regierungschefin zuletzt kompromissbereit und erklärte, es gebe bei den Verhandlungen keine roten Linien.
Eine Koalition mit der RNI und der Istiklal-Partei, die 65 Sitze erreichte, scheint möglich.