Gelbe Schmetterlinge wohin man schaute: Sie regneten hernieder, waren an Zäune und in die Haare der Trauernden gepinnt. Tausende Trauende verabschiedeten sich in Mexiko und Kolumbien von Literaturnobelpreisträger und Volksheld Gabriel Garcia Marquez. Seine Witwe, Söhne, zwei Präsidenten, Würdenträger, Autoren und tausende Fans nahmen Abschied.
. Seine Witwe, Söhne, zwei Präsidenten, Würdenträger, Autoren und tausende Fans nahmen Abschied.
Fidel, zwei Präsidenten, tausende Fans zogen an Urne vorbei
Der mexikanische und der kolumbianische Präsident waren da, Fidel Castro schickte einen Kranz "für einen engen Freund". Es wurde gelacht, geweint, musiziert, getrauert und an den genialen Schriftsteller gedacht. Die Feier mit tausenden Menschen rührte zu Tränen. Drei Stunden lang zogen die Menschen an der Urne im "Palast der Schönen Künste" in Mexiko City vorbei. In seinem Geburtsort Aracataca im Norden Kolumbiens fand zeitgleich eine symbolische Beisetzung statt.
Witwe und Söhne hielten Ehrenwache
Garcia Marquez' Witwe Mercedes Barcha sowie seine Söhne Rodrigo und Gonzalo eröffneten die Ehrenwache im Foyer des Prachtbaus im historischen Zentrum der mexikanischen Hauptstadt, wo der Autor lange Zeit gelebt hatte. "Sein Tod ist ein großer Verlust, nicht nur für die Literatur, sondern für die ganze Menschheit", sagte der mexikanische Präsident. "Millionen Menschen haben durch sein Werk Lateinamerika kennen und lieben gelernt."
Familie dankte den Trauernden auf der ganzen Welt für Liebe zu "Gabo"
Die Familie des Schriftstellers bedankte sich anschließend für die weltweite Anteilnahme. Über die Trauer hinaus hätten Menschen jeden Alters, aus allen gesellschaftlichen Schichten und Kulturen ihre Liebe zu "Gabo" kundgetan. "Sie geben uns das Gefühl, dass sie ihn nicht verloren, sondern für immer gewonnen haben", hieß es in einer Mitteilung.
In Aracataca nahmen Tausende Bürger an einem Trauermarsch teil. Die in weiß gekleideten Menschen trugen eine leere Urne durch den Ort (37.000 Einwohner) und machten unter anderem an der Kirche und dem wiederaufgebauten Geburtshaus des Autors halt. "Die Zeremonie hat den Einwohnern, Freunden und Angehörigen hier viel bedeutet", sagte Bürgermeister Tufith Hatum. "Es ist ein Art Abschied."
Nach dem Tod des Autors war seine Leiche in einer privaten Zeremonie eingeäschert worden. Wo die Urne beigesetzt wird, war zunächst unklar. Am Dienstag ist eine weitere Trauerfeier in der Kathedrale der kolumbianischen Hauptstadt Bogota geplant.
Letzer Roman könnte posthum erscheinen
Fans dürfen übrigens hoffen: Es könnte sein, dass wird.
APA/red.