Marschieren hier blonde Mädchen zum "Nazi-Sommercamp"?

Diese Gruppe Mädchen war letzten Dienstag zwischen dem sächsischen Wehlen und Rathen gesehen worden.
Diese Gruppe Mädchen war letzten Dienstag zwischen dem sächsischen Wehlen und Rathen gesehen worden.Dresden Nazifrei
Blonde Zöpfe, Gleichschritt und eine Uniform mit alarmierenden Abzeichen. Manche vermuten dahinter "ein Nazi-Sommercamp in Ost-Sachsen".

Die Aktivistengruppe "Dresden nazifrei" zeigt die Fotos der beiden Gruppen auf ihrer Website und kommentiert: "Offenbar wird gerade ein Nazi-Sommercamp in Ost-Sachsen durchgeführt." So sei "eine Gruppe junger Frauen in Rathen im Elbsandsteingebirge" beobachtet worden. Etwas später sei eine andere Gruppe in Dresden aufgetaucht, die dort am Neumarkt musiziert habe. "Beide gehören aufgrund der Kleidung und den Abzeichen am Oberarm der völkisch-nationalistischen Strömung an."

Uniform und Wotansknoten

Das Aussehen und die Kleidung der Mädchen erinnere "frappierend an die Nazi-Jugendorganisation Bund Deutscher Mädchen (BDM)", schreibt die "Bild"-Zeitung dazu. Dazu ist an den uniformierten Hemdsärmeln der einen Gruppierung ein auffälliges Abzeichen auszumachen (siehe Diashow unten). Es zeigt den so genannten Wotansknoten, ein germanisches Symbol, das gern von Anhängern der rechtsextremen Szenen verwendet wird.

Die "Bild" fragte eine Kennerin der rechtsextremen Szene nach der Gruppe. Diese sagte: "Wir können diese Gruppierung bislang nicht zuordnen. Sie ist möglicherweise neu, augenscheinlich aber eine völkisch-rechte Jugendorganisation."

"Neurechte Szene"

Auch die andere Gruppe, die in Dresden aufgetaucht ist, trägt spezielle Aufnäher auf ihrer Kleidung. Diese weisen sie als Gruppe des sogenannten Freibunds aus, wie die Extremisten-Expertin erklärte. Diesem Bund gehören landesweit etwa 100 Mitglieder bis 26 Jahre an. In den 1920-ern als unpolitische Jugendvereinigung entstanden, werde er heute der "neurechten Szene" zugeordnet, schreibt die "Bild".

Die Polizei teilte der Zeitung mit, dass es weder zu Anzeigen im Zusammenhang mit den Mädchengruppen gekommen sei, noch dass es relevante Informationen über sie gebe. Die Hinweise seien aber an den Staatsschutz weitergeleitet worden.

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