Politik

Martin Grafs Rückzieher für Parteien nicht genug

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:24

Der umstrittene Parlamentarier Martin Graf (FPÖ) gab am Montag seinen Rückzug seiner umstrittenen Position als Vorstand einer Privatstiftung bekannt. SPÖ, BZÖ und Grüne sehen die Causa des Dritten Nationalratspräsidenten damit aber noch lange nicht erledigt.

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter und der Grüne Sozialsprecher Karl Öllinger forderten am Montag einmal mehr den Rücktritt Grafs vom Präsidenten-Amt. BZÖ-Justizsprecher Gerald Grosz sieht Graf "moralisch und menschlich abgedankt", sein Rückzug vom Stiftungs-Vorstand sei viel zu spät gekommen, erklärte er.

Kräuter fordert von Graf eine "umfassende Aufklärung aller Motive und Umstände der Stiftungsgründung mit allen Vorteilen für die Familie Graf", eine Rückführung des Vermögens an die 90-jährige Stifterin Gertrude Meschar und den "sofortigen Rücktritt" Grafs aus allen politischen Funktionen. Als "besonders unerträglich" bezeichnete er die "Opfer-Täter Umkehr durch Graf": Dass sich Graf als Verfolgter und Opfer einer Medienkampagne darstelle sei "charakterlich bezeichnend und eine von FPÖ-Politikern bekannte Methode".

Nicht für den "kleinen Mann" da?

Von einem "viel zu spät gesetzten Akt der moralischen Selbstverständlichkeit" sprach Grosz angesichts des Rückzugs - welcher nur "dem Druck der medialen Öffentlichkeit und der Empörung der Bürger" zu verdanken sei. Die Freiheitlichen würden sich überlegen müssen, "ob nicht das Handeln Grafs geradezu diametral zu den angeblichen Vorstellungen und Forderungen der FPÖ steht". Während die FPÖ behauptet, für den "kleinen Mann" da zu sein, wird die "kleine Frau" ausgeraubt, so Grosz.

Der Grüne Öllinger forderte FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache auf, Graf als Dritten Nationalratspräsidenten abzuziehen. "Der Rückzug als Stiftungsvorstand ist völlig unzureichend", so der Grüne Politiker. Graf habe bisher "in keinem einzigen Punkt" die Vorwürfe der Stifterin entkräften können, meinte er.

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