Rotwild-Massaker im Gehege, dutzende Tiere tot

Ein Massenabschuss von Rotwild in Tirol zwingt das Land zu Konsequenzen. Grund dafür ist auch die Vorgehensweise der Tötungen.
Die Bilder sorgen für Betroffenheit. Hirsche liegen leblos in vom Blut durchtränkten Schnee. Auch die Zaunlatten in der Umgebung sind völlig blutig. Die Tiere mussten einen grausamen Tod gestorben sein.

Der Bezirk Reutte steht unter Schock: Die Landesveterinärdirektion ordnete einen Massenabschuss an, da die TBC-Infektionsrate deutlich über dem Durchschnitt lag. Die Jäger alleine konnten die Quote nicht erfüllen. Was danach folgte, sorgt aktuell für Entsetzen in der Bevölkerung. Denn wie Zeugen aus der Gemeinde Kaisers berichten, soll man 45 Minuten lang auf das Rotwild geschossen haben. Die Tiere seien in Panik ausgebrochen und seien deshalb vor lauter Angst gegen die Zäune gesprungen. Ein Jäger aus Steeg erzählt gegenüber dem ORF, dass er gemeinsam mit Bürgermeister und Hegemeister in das Gehege ging: "Ein Kalb hat noch gelebt, das hat der Bürgermeister gefilmt. 17 Stück sind im Eck drinnen gelegen, ein Tier hat sich den ganzen Äser (Anm.: Maul) weggerissen, als es ins Gatter gesprungen ist. Ein Tier hatte fast keine Haare mehr gehabt, weil alle draufgetrampelt sind. Sie haben 45 Minuten lang ein Massaker aufgeführt, das ist nicht tierschutzgerecht."

FPÖ fordert Rücktritt



CommentCreated with Sketch.41 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Auch Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler (ÖVP) betont in einer Aussendung, dass bei TBC-Vorfällen "keine andere Wahl als eine Regulierung besteht", die Gatterjagd jedoch kein adäquates Mittel sei: "Eines ist für mich nach diesen Vorfällen klar: In Tirol werden wir Gatterabschüsse künftig verbieten. So etwas wird es in Tirol nicht geben."

Martin Janovsky, Tierschutzombudsmann des Landes, erklärte im Gespräch mit dem ORF, dass es Bilder seien, die niemand sehen wolle. Man müsse sich anschauen, ob der Abschuss möglichst schnell erfolgt ist, so wie es geplant war.

Landesjägermeister Anton Larcher geht nicht davon aus, dass Jäger bei dem Massenabschuss beteiligt gewesen waren. Falls sich das Gegenteil herausstelle, sei dies ein Fall für die Disziplinarkommission. Auch Anzeigen wegen Tierquälerei seien mehr als gerechtfertigt.

Die Tiroler FPÖ fordert unterdessen den Rücktritt von Landesveterinär Josef Kössler und das Einschreiten des Tiroler Tierschutzombudsmannes. Auch wolle Parteichef Markus Abwerzger eine schriftliche Anfrage an den für Jagd zuständigen Landesrat Josef Geisler einbringen. Seine Frage: Wieso wurde der Massenmord und das unfachmännische Vorgehen an diesen Tieren gestattet?



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