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UN enthüllt brutale Kriegsgräuel im Kongo

Laut UN begingen Rebellen und Soldaten in der Demokratischen Republik Kongo Massenmorde, Massenvergewaltigungen und grausamste Folter.

Heute Redaktion
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Täglicher Horror in der Demokratischen Republik Kongo: Regierungssoldaten mit der Leiche eines Rebellenkämpfers.
Täglicher Horror in der Demokratischen Republik Kongo: Regierungssoldaten mit der Leiche eines Rebellenkämpfers.
Bild: Reuters

Purer Horror auf 126 Seiten: Die UN-Kommission für Menschenrechtsverletzungen hat jetzt enthüllt, welche grausamen Kriegsverbrechen in der Demokratischen Republik Kongo begangen wurden und werden – seit Ende 2016 herrscht dort Bürgerkrieg. Die Experten kamen zu dem Schluss, dass die Gewalttaten von allen beteiligten Parteien – den Kamuina-Nsapu-Rebellen, der regierungsnahen Bana-Mura-Miliz und Truppen der kongolesischen Armee FARDC – verübt worden sind.

Über die lebensgefährliche Lage der Friedenstruppen im Kongo wird berichtet (Quelle: YouTube).

Ein Expertenteam hatte im Auftrag der UN ein Jahr lang die Lage in der Krisenregion untersucht. Die Taten sind kaum zu ertragen: "Ein Opfer erzählte uns von einer Gruppe von Rebellen, die im Mai 2017 weibliche Genitalien als Abzeichen getragen haben sollen", heißt es in dem Bericht. Ganze Dörfer seien zerstört worden, Jungen sollen gezwungen worden sein, ihre Mütter zu vergewaltigen. "Andere Zeugen beobachteten Leute dabei, wie sie Fleisch von noch lebenden oder toten Menschen, insbesondere FARDC-Soldaten, abgeschnitten, gekocht und gegessen sowie ihr Blut getrunken haben."

186 Kinder und Männer wurden geköpft, die Leichen türmen sich

FARDC-Einheiten hätten regelmäßig Kindersoldaten erschossen: "Die Leichen wurden in Massengräbern beerdigt oder auf Lastwagen aufgetürmt und an andere Orte gebracht, um sie dort zu begraben", sagte Chefermittler Waly Ndiaye. Zudem wird von einem Vorfall berichtet, bei dem mindestens 186 Männer und Jungen aus einem Dorf von Kamuina-Nsapu-Truppen geköpft worden seien. Bislang gingen die Experten von 86 Massengräbern aus, nach Bodenuntersuchungen vermuten sie aber, dass es mehrere hundert Gräber geben soll. Die Regierung will von den unfassbaren Vorwürfen allerdings nichts wissen: "Wir haben davon keine Kenntnis, das ist sehr sonderbar", sagte ein Regierungsvertreter und bezeichnete die Veröffentlichung des Berichts als "politisch motivierte Pressekampagne".

Der Krieg hat in zwei Jahren Tausende Todesopfer gefordert

Der Konflikt in der Region von Kaisa war im August 2016 ausgebrochen. Laut Verfassung hätte Präsident Kabila 2016 nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit abtreten müssen, weigert sich aber bis heute, Wahlen anzusetzen. 2017 hatten Vertreter der katholischen Kirche ihre Versuche abgebrochen, zwischen der Regierung und der Opposition zu vermitteln. Durch die Konflikte, die Tausende Todesopfer gefordert haben, sind Millionen Menschen auf der Flucht, im Dezember warnte UNICEF, dass mindestens 400.000 Kindern in der Region vom Hungertod bedroht seien.

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