Massentests in Österreich starten am 5. Dezember

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Zielgruppen und Zeitplan für erste Massentests in Österreich sind fixiert. Am 5. Dezember wird mit Pädagogen und Pädagoginnen gestartet.

Bereits vor wenigen Tagen hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz angekündigt, nach dem Lockdown eine breit angelegte Massentestung - nach slowakischem Vorbild - und zielgerichtete Screenings durchzuführen. Nach intensiven internen Vorbereitungen und einer Reihe von Gesprächen mit der Wissenschaft und den Vertretern der Länder, Gemeinden, Sozialpartner, Ärztekammer, hat die Bundesregierung nun die ersten Eckpunkte fixiert.

Zudem erfolgt seit Wochen der Ausbau der Screening-Programme mit dem Schwerpunkt "Schutz der Alten- und Pflegeheime". Es wurden bereits 315.000 Tests ausgeliefert, weitere drei Millionen Tests sind für ein engmaschiges Testnetz in den Alten- und Pflegeheimen gesichert.

Lehrpersonal beginnt, dann folgt die Polizei

Zur Anwendung kommen AntiGen-Schnelltests der Firmen Roche und Siemens. Im ersten Pilotdurchgang werden Pädagogen und Pädagoginnen ab 5. und 6. Dezember getestet.

Das betrifft alle Landeslehrer/innen, Bundeslehrer/innen, Lehrpersonal und Kindergartenbetreuer/innen. Die Abwicklung und Abnahme der Tests läuft über rund 100 Teststationen in allen Bezirkshauptstädten. Die genauen Informationen werden vom Bildungsministerium, sowie Landesbildungsdirektionen und Bezirksschulbehörden koordiniert. Diese Testreihe umfasst rund 200.000 Personen in ganz Österreich.

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Im zweiten Pilotdurchgang am 7., 8. und 9. Dezember werden rund 40.000 Polizistinnen und Polizisten getestet. Die Organisation der Testungen erfolgt über die Landespolizeidirektionen. Diese Testungen werden ebenfalls über die rund 100 Teststationen in den Bezirkshauptstädten abgewickelt.

Gemeinden mit hoher Inzidenz im dritten Durchgang

Im dritten Pilotdurchgang stehen Gemeinden mit hoher Inzidenz in der ersten Dezemberwoche am Programm. Durchgeführt werden die Testungen über Teststationen in den jeweiligen Gemeinden. Dazu werden kommende Woche die Gemeinden und genauen Testtage definiert. Dies erfolgt in enger Abstimmung mit den Ländern und den lokalen Behörden.

Das gesamte Pflegepersonal an Kliniken und in Alten- und Pflegeheimen muss jetzt schon wöchentlich getestet werden. Davon sind gewisse Berufe der Sozialen Dienste nicht umfasst, wie z.B. Essen auf Rädern. Die sollen im ersten Pilotdurchgang um diese Gruppen erweitert werden.

Bundesheer unterstützt

Aufbauend auf den Erfahrungen der ersten Testreihen Anfang Dezember, erfolgt in der Woche vor Weihnachten ein österreichweiter Massentest in allen Gemeinden. Zudem soll zu Beginn des neuen Jahres ein zweiter Massentest im ganzen Land durchgeführt werden. In den kommenden Tagen werden die Details bezüglich Ablauf und Vorgehen der Gesundheitsbehörde konkret abgestimmt.

Unterstützt werden die Testungen vom Österreichischen Bundesheer. Neben Logistik und Organisation werden auch Sanitäter zur Durchführung der Tests herangezogen. 

Testergebnis nach 15 Minuten

Die Probenentnahmen werden ausschließlich von geschultem Gesundheitspersonal durchgeführt. Dazu werden die Gesundheitsbehörden gemeinsam mit dem Bundesheer und den Rettungsorganisationen entsprechende Mitarbeiter bereitstellen und zusätzliches Personal schulen. Das Ergebnis bei Antigentests liegt nach rund 15 Minuten vor.

"Mit den Massentests eröffnen wir im Kampf gegen die Pandemie ein neues Kapitel und wollen damit den Menschen ein Weihnachtsfest im engen Familienkreis ermöglichen. Dieses Vorhaben erfordert einen hohen logistischen Aufwand, aber bringt enorme Vorteile. Wir können schnell eine hohe Zahl an infizierten Personen lokalisieren und somit noch stärker die Infektionsketten durchbrechen. Die Teilnahme erfolgt freiwillig. Einige Minuten für einen Test können einige Wochen Lockdown des ganzen Landes verhindern. Deshalb bitten wir schon jetzt die gesamte Bevölkerung, dieses bundesweite Projekt zu unterstützen und sich daran zu beteiligen. Diese Massentests sind bis zur Impfung eine große Chance für Österreich, den Weg zur Normalität zurückzufinden", erklärte Bundeskanzler Sebastian Kurz.

"Tests sind ein wichtiger Bestandteil in einem Bündel von notwendigen Maßnahmen, um die herausfordernde Zeit nach dem Lockdown bis zur Impfung gut zu meistern. Außerdem können Massentestungen auch ein zusätzliches Risikobewusstsein in der Bevölkerung bewirken. Entscheidend ist, dass durch die Tests kein falsches Sicherheitsgefühl entsteht, sondern dass sie nicht als Ersatz, sondern als zusätzliche Maßnahme zu Abstand, MNS und Hygiene angenommen werden. Denn sie stellen immer eine Tagesaufnahme dar", betonte Gesundheitsminister Rudolf Anschober.

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