Offenbar viele Vordrängler bei Impf-Aktion in Schwaz

Impfaktion mit Biontech Pfizer im Bezirk Schwaz.
Impfaktion mit Biontech Pfizer im Bezirk Schwaz.Roland Mühlanger / picturedesk.com
Von chaotischen Zuständen und möglichen Impf-Dränglern berichten Augenzeugen aus dem Bezirk Schwaz.

Der Tiroler Bezirk Schwaz war von der Südafrika-Mutante österreichweit am stärksten betroffen. Daher erhielt die Region 100.000 Impfdosen von BionTech/Pfizer für die Durchimpfung der Bevölkerung. Der Bezirk sollte zur europaweiten Modellregion werden. Die Durchimpfung ist mittlerweile abgeschlossen, doch es tauchen Berichte über möglicherweise dubiose Szenen auf.

Wie die "Krone" am Sonntag berichtet, sprechen Augenzeugen, die einen Impftermin Mitte März in Anspruch nahmen, von chaotischen Zuständen. "Als wir zum Gebäude, in dem die Pikse verabreicht wurden, gekommen sind, trauten wir unseren Augen kaum. Der Parkplatz war voll mit Fahrzeugen aus den Bezirken Kitzbühel und Kufstein", so eine Zeugin gegenüber der Zeitung. "Plötzlich kam ein Feuerwehrmann heraus und hat gerufen, dass jene, die einen Termin haben, vorgehen sollen." Und 50 Personen blieben in der Schlange. Sie hatten offenbar keinen Termin.

Im Gebäude sei es chaotisch zugegangen, der Sicherheitsabstand sei nicht eingehalten worden. Fieber sei ebenfalls nicht gemessen worden. "Impfkarten gab es auch keine. Man hat uns nicht gesagt, dass diese bereits ausgegangen waren. Sie sind uns erst beim zweiten Impftermin ausgehändigt worden", so Augenzeugen.

Landesbediensteter geimpft

Die Organisation sei beim zweiten Termin vor einigen Tagen besser gewesen. Aber: "Die Gemeinde hat angeblich die Feuerwehr damit beauftragt, eine SMS zu verschicken mit der Information, dass noch Impfstoff übrig sei." Listen mit Risikopatienten habe es offenbar nicht gegeben.

Die "Krone" fragte beim Land Tirol nach. Dort hieß es: "Bund und Land haben einen Impfplan vorgegeben, der einzuhalten ist. Es gibt natürlich auch eine Eigenverantwortung der Impfstellen und der ausführenden Personen vor Ort, sich an die strikten Vorgaben des Landes Tirol zu halten." Ein hoher Landesbediensteter wurde samt einer nahen Familienangehörigen geimpft, obwohl sie im Bezirk Schwaz weder wohnen noch arbeiten. Das bestätigt das Land Tirol. "Diese Vorgehensweise war nicht im Sinne dieser Aktion, sie ist klar gegen die Impfstrategie und nicht im Sinne des Landes Tirol. Selbstredend war das Land über diese Vorgänge nicht informiert. Die vorgesetzte Dienstbehörde wurde umgehend darüber informiert, disziplinarrechtliche Schritte wurden eingeleitet", heißt es.

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