Massive Kürzungen bei Firmenpensionen drohen

Firmenpensionen sollen schrumpfen.
Firmenpensionen sollen schrumpfen.Bild: iStock
Schutzverband der Pensionskassenberechtigten schlägt Alarm: 2019 würden Firmenpensionen um 10 Prozent schrumpfen.

Der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten (pekabe) befürchtet für 2019 massive Kürzungen bei den Pensionskassen-Zusatzpensionen. Der Grund: Der Ertrag der Pensionskassen aus ihren Veranlagungen sei um 1,14 Prozent seit Jahresbeginn zurückgegangen.

"Unerfreuliche Verluste"

"Durch die unerfreulichen Verluste bei der Veranlagung im laufenden Jahr - teilweise bedingt durch die politische Weltlage, teilweise aber auch durch Fehleinschätzungen in der Veranlagung - drohen den Pensionskassenberechtigten im nächsten Jahr wieder Pensionskürzungen bis zu zehn Prozent", meldete der Verband am Montag in einer Presseaussendung. Die "zweite Säule der Pensionssicherung" müsse dringend reformiert werden.

Miese Veranlagungsergebnisse

Es dürfe nicht sein, dass "Menschen bis zu 40 Jahre durch Verzicht auf einen höheren Aktivbezug in ein System einzahlen ohne die geringste Gewissheit über ihre spätere Altersversorgung" zu haben, so der Schutzverband. Dieses Manko zeige die "gravierendste Schwachstelle" im heimischen Pensionssystem: Die von den Pensionskassen würden "unzulängliche Veranlagungsergebnisse" erwirtschaften, für die ihnen keinerlei Ergebnisverantwortung abverlangt werde.

Die Ertragsannahmen der Pensionskassen seien zu optimistisch. Das Risiko liege in Österreich – im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern - ausschließlich bei den PK-Berechtigten, klagt der Schutzverband.

Mindestertragsgarantie

Eine Reform der Firmenpensionen sei notwendig, betont der pekabe. Oberstes Ziel müsse die Absicherung einer nachhaltigen, wertgesicherten Pension sein. Der Verband fordert vom Gesetzgeber, dass die Pensionskassen "einen Teil des Risikos in Form einer Mindestertragsgarantie" übernehmen. Durch die Erhöhung ihres Eigenkapitals – "falls erforderlich auch mit Unterstützung der Aktionäre" – solle für etwaige Schadensfälle Vorsorge getroffen werden.

In Österreich haben laut Fachverband mehr als 924.000 Personen Anspruch auf eine Firmenpension aus einer Pensionskasse. Das sind fast ein Viertel der österreichischen Arbeitnehmer. Mehr als 98.000 davon beziehen bereits eine Pension. Die durchschnittliche Höhe lag 2017 bei 483 Euro im Monat. Insgesamt wurden 668 Mio. Euro ausgezahlt.

(GP)

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