Nach dem Mordfall Michelle F. (16) aus Steyr – verdächtigt wird ein 17-jähriger afghanischer Asylwerber – will die Politik Afghanen in OÖ jetzt "Werte beibringen".
Der Bericht des Landespolizei-Chefs zeige, OÖ hat ein deutliches Problem mit Personen afghanischer Herkunft, so Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP), auf der Pressekonferenz nach dem Gipfelgespräch Montagabend.
Vertreter aus Politik und Exekutive berieten im Linzer Landhaus über Lösungsvorschläge zur "Problemgruppe der Afghanen". Derzeit sind 7.000 Afghanen in OÖ, weniger als ein Drittel macht Probleme, so die aktuelle Statistik.
Es habe sich eindeutig gezeigt, dass vor allem Drogendelikte in dieser Gruppe "in einem nicht hinzunehmenden Ausmaß" angestiegen sind, erklärte Integrationsrat Rudi Anschober (Grüne). Absoluten Handlungsbedarf gäbe es bei falsch verstandenem Ehrbegriff afghanischer Männer, in der Integrationsarbeit zur Stärkung der Frau im Sinne der Gleichberechtigung und in der Männerberatung. Kurzum in der "Wertehaltung", so Anschober weiter.
Ein Entwurf für einen Integrationsplan steht, in den nächsten Tagen werde man die Ideen mit Experten der Exekutive und Justiz besprechen. Ab Donnerstag werde man sich zusammensetzen und einen konkreten Plan zur Umsetzung erarbeiten. Erste Ergebnisse könnte es schon nächste Woche geben, heißt es auf "Heute"-Anfrage aus dem Büro des Integrationslandesrats. Das Integrationspaket soll aus heutiger Sicht am 28. Februar präsentiert werden.
Auch die Polizei – oder besser gesagt gerade die Polizei – wird in die Integrationsarbeit eingebunden. Das Angebot der Exekutive: Eine Schulung in der oberösterreichischen "Wertehaltung". Diese Art Schulung soll in Flüchtlingsquartieren vor Ort passieren. Auch NGO's und die Staatsanwaltschaft sollen darin involviert werden.
Bereits nächstes Jahr soll das Programm gestartet werden, so Stelzer.