Masterplan: Eine Leitstelle für alle Krankentransporte

Masterplan für Krankentransportdienste: Rettungschef Rainer Gottwald und FSW-Chef und neuer Krisenmanager Peter Hacker
Masterplan für Krankentransportdienste: Rettungschef Rainer Gottwald und FSW-Chef und neuer Krisenmanager Peter HackerBild: Sabine Hertel
Nach der Aufregung rund um Sparmaßnahmen bei Einsatzorganisationen springt nun Peter Hacker als Krisenmanager ein.

Wirbel im Wiener Rettungs-Wesen: Nachdem die Gewerkschaft "vida" am Dienstag Protestmaßnahmen angekündigt hatte - "Heute" berichtete, zieht Peter Hacker, Chef des "Fonds Soziales Wien", die Notbremse. Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) setzt ihn als Krisenmanager ein. Er ist Projektleiter zur Umsetzung der Reformen im Krankentransportwesen.

Die Stadträtin selbst war bei der Präsentation des Masterplans für das Krankentransport-Wesen nicht anwesend. FSW-Chef Peter Hacker und der Chef der Wiener Berufsrettung Rainer Gottwald stellten die nächsten Schritte vor. Eigentlich sei die Stadt nicht für Krankentransporte zuständig. Aber: Hacker soll nun die Neu-Organisation aufstellen und zwischen allen Beteiligten vermitteln.

Rettungsfahrzeuge als "fahrende Intensivstationen"

"Die Berufsrettung ist ausschließlich für das Rettungswesen zuständig. Unser Ziel ist es, in 8 bis 12 Minuten am Einsatzort zu sein", stellt Gottwald klar. Soll heißen: Die Rettung – und die Nummer 144 – ist für Notfälle zuständig. 795 Mitarbeiter hat die Berufsrettung in Wien, rund 700 davon sind täglich im Einsatzdienst. "Es gibt eine gute Partnerschaft mit anderen Organisationen", so Gottwald. Oft übernehmen Rotes Kreuz und Co. die Krankentransporte. Es sei nicht sinnvoll, wenn sich Rettungsfahrzeuge als "fahrende Intensivstationen" um weniger vorrangige Einsätze kümmern, so der Rettungschef.

Die Rettungsorganisationen stehen unter Spardruck, weil Krankentransporte vermehrt von kostengünstigeren Fahrtendiensten übernommen werden. Das Rote Kreuz kündigte deshalb 35 Sanitäter. Das Spardiktat würde den qualifizierten Krankentransport gefährden, schlägt die Gewerkschaft Alarm. Im Jahr 2016 wurden 259.818 qualifizierte Krankentransporte – also Transporte von Blaulichtorganisationen wie dem Roten Kreuz, den Johannitern und Co – durchgeführt, demgegenüber standen 305.745 private Fahrtendienste mit einfacher Krankenbeförderung.

Eine zentrale Leitstelle geplant

"Wir wollen das Rettungswesen neu gestalten", so Hacker. Eventuell sei auch eine Adaptierung des Gesetzes im Landtag nötig. Bei den Krankentransporten habe es eine "dramatische Verschiebung" gegeben. Die Konsequenz: "Wir werden hinterfragen, ob es sinnvoll ist, bestehende Leitstellen zu einer Leitstelle zusammenzulegen", kündigt Hacker an. Klar ist für ihn: "Die Planbarkeit muss wieder hergestellt werden." Wichtig sei, "wie mehr als 500.000 Fahrten im Jahr organisiert werden können."

Geplant ist "eine zentrale Leitstelle" für Rettungsdienste und Krankentransporte. Soll heißen: Egal, ob eine Rettung, ein Krankentransport ins Spital oder zu einem niedergelassenen Arzt gebraucht wird – de Koordination soll über eine Leitstelle erfolgen. Jetzt wird geprüft, wie die Voraussetzungen dafür ausschauen. Geklärt werden solle die Frage: "Wer fährt welchen Einsatz mit welcher Qualifikation?", so Hacker.

Runder Tisch mit Gewerkschaft in den nächsten drei Tagen

Zwei Arbeitsgruppen – eine medizinische und eine technische – sollen bis zum Herbst eine Lösung erarbeiten. Eine weitere Arbeitsgruppe wird sich mit dem Thema Leistungserbringung und Finanzierung beschäftigen. Fix ist: Die Notfallnummer 144 bleibt, auch die Nummer des Gesundheitstelefons 1450 wird weiter in Betrieb sein. Ob es eine weitere Nummer für die Transportdienste geben wird, ist offen.

Die Sorgen der Gewerkschaft – beim Roten Kreuz wurden 35 Sanitäter gekündigt, die Gewerkschaft kündigte am Dienstag Protestmaßnahmen an – nimmt Hacker ernst. Der nächste Schritt: In den nächsten drei Tagen soll ein Runder Tisch stattfinden – mit Gewerkschaft, Betriebsräte, Gebietskrankenkasse und anderen Beteiligten.

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