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Maus stirbt an Rauchvergiftung - ohne Feuer

Mysteriöser Tod: Obwohl eine Maus vor ihrem Ableben nicht in der Nähe eines Brandes oder Ähnlichem war, weist ihre Lunge Rauchpartikel auf.

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Dieser Nager, der zur Gattung der Australischen Mäuse zählt, ist stark gefährdet.
Dieser Nager, der zur Gattung der Australischen Mäuse zählt, ist stark gefährdet.
Museums Victoria/David Paul/CC BY 4.0

"Ich blickte durch das Mikroskop auf das Innere einer toten Australischen Maus (Pseudomys fumeus) und traute meinen Augen kaum. Denn Tausende winzige Rauchpartikel säumten ihre Lungen." Mit diesen Worten beginnt Andrew Peters, Professor für Wildtiergesundheit und -pathologie an der Charles-Sturt-Universität im australischen Wagga Wagga, seinen Bericht über eine tote Maus.

Das Tier stellt eine traurige Premiere dar: So ist es das erste bekannte Wildtier, das durch den Rauch eines Buschfeuers weit außerhalb einer Feuerzone getötet wurde. Und dazu noch eines, das als stark gefährdet gilt. Bereits vor zwei Jahren schätzen Experten, dass es in Australien nur noch 1000 bis 2000 Exemplare gibt.

Mehr als 50 Kilometer

Laut Peters, der im Rahmen des Projekts "Flora, Fauna, Fire" für Theconservation.com über die Erholung der in Australien beheimateten Pflanzen und Tiere nach den Buschfeuern 2019/2020 schreibt, lebte das verendete Tier zusammen mit rund 45 Artgenossen in einer Zuchtstation nahe der Hauptstadt Canberra. Damit lagen zwischen ihm und den nächsten Feuern mehr als 50 Kilometer.

Insgesamt starben neun Mäuse in der Folge des eingeatmeten Rauchs. "Für den Naturschutz waren die Todesfälle ein harter Schlag", schreibt Peters weiter. Doch es gebe auch gute Nachrichten. So seien in den letzten Wochen an sieben Orten, welche von den Feuern zerstört wurden, frei lebende Vertreter der Gattung gesichtet worden.

Namengebendes Fell

Insgesamt zählen zur Gattung der Australischen Mäuse 23 Arten. Pseudomys fumeus stellt eine davon dar. In freier Wildbahn ist sie nur noch in wenigen Gebieten anzutreffen: in Victoria's Grampians und East Gippsland sowie im Kosciuszko National Park in New South Wales. Dort lebt sie in unterirdischen Nestern, die sich vornehmlich in Heiden oder im Wald befinden.

Die rund neun Zentimeter lange Art gilt als scheu, sanftmütig und klein. Ihren englischen Namen – Smoky Mouse – verdankt sie ihrem weichen, rauchgrauen Fell.

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