Student aus Österreich in Ankara festgenommen

Ein junger Österreicher ist in der Türkei festgenommen worden. Das Außenministerium hat Kontakt zu den türkischen Behörden aufgenommen.
Das bestätigte der Sprecher des Außenministeriums, Thomas Schnöll, gegenüber der APA.

Die österreichische Botschaft sei sowohl mit den türkischen Behörden als auch der Familie des Österreichers in Kontakt.

"Aus datenschutzrechtlichen Gründen können keine Details zu den Umständen des Falls weitergegeben werden", erklärt Schnöll die offizielle Linie des Ministeriums.

Aber in der Zwischenzeit wurde bekannt: Es soll sich dabei um Max Zirngast, einen Studenten aus Wien und Autor des "re:volt"-Magazins handeln. "Heute morgen um 5 Uhr wurde unser Genosse und Autor Max Zirngast sowie weitere Personen von Anti-Terrorabteilung in Ankara festgenommen", klagt die Redaktion auf Twitter. Die Verhaftung sei mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Grund "politischer Publikationen" erfolgt.

CommentCreated with Sketch.2 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. "Die Türkei versucht, alle widerständigen Stimmen mundtot zu machen. Das wird ihr nicht gelingen", zeigt sich das Magazin, das sich selbst als "linksradikal" bezeichnet, kämpferisch.

Zirngast befasste sich mit politischen Theorien und schrieb Beiträge in Büchern wie "Kampf um Kobanê", die sich kritisch mit der Beziehung der PKK mit der Türkei auseinandersetzen. Auch Präsident Recep Tayyip Erdogan selbst gelangte wiederholt in den Fokus des Wiener Studenten.

"Hat mit Terrorismus nichts zu tun"

An der Uni Wien zeigt sich Politikwissenschaftler Thomas Schmidinger entsetzt über die Verhaftung des "sehr klugen Studenten", wie der "Standard" berichtet.

"Aber er hat sicher nichts mit Terrorismus zu tun. Dass so jemand verhaftet wird, ist ein Zeichen für die autoritäre Entwicklung in der Türkei", wird Schmidinger weiter zitiert.

"Das ist auf das Schärfste zu verurteilen!", wettert auch die Präsidentin von "Reporter ohne Grenzen Österreich", Rubina Möhring, in einer Aussendung: "Andere politische Meinungen dürfen nicht Grundlage für Verhaftungen oder Einschüchterungen sein! In der Türkei passiert das gerade aber zunehmend".



Regierungssprecher Peter Launsky versichert, Österreich stünde bedingungslos zur Presse- & Redefreiheit: "Die Bundesregierung fordert die türkische Regierung auf, die Gründe zur Festnahme vorzulegen oder den Journalisten sofort freizulassen.

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(red)

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