"MechWarrior 5" im Test: Gewaltige Roboter-Action

Nach PC und Xbox ist nun auch die PlayStation dran: "MechWarrior 5" schlägt jetzt auf die Sony-Konsolen ein und hat gleich auch alle DLCs dabei.

Das Jahr 3015 ist nicht unbedingt eines, in dem man leben will. Zumindest in der Version davon, die das Game "MechWarrior 5: Mercenaries" davon zeichnet. Zwar hat die Menschheit Tausende Sternensystem besiedelt und zur "Inner Sphere" zusammengefasst, doch aus dem gemeinsamen Streben ist ein gigantischer Krieg geworden. Verschiedenste Fraktionen haben die Erbfolgekriege gestartet, in denen brutal um die Vormacht im Universum gekämpft wird. Zurück bleibt Zerstörung.

Ausgetragen werden die Kriege auf den Schlachtfeldern mit gigantischen Robotern, Mechs genannt. Der Spieler darf dabei in die Rolle eines Söldners schlüpfen, dessen Vorfahren beinahe ausgelöscht wurden. Nun will er in den Roboterschlachten so richtig absahnen und irgendwann ein mächtiges Wörtchen im gesamten Universum mitreden. Boom! Klar, die Story von "MechWarrior 5" hat man schon Dutzende Male anderswo gehört, um die Handlung geht's uns dabei aber auch gar nicht.

Von Anfang an knallt es gewaltig

Das Game machte bisher bereits auf PC und Xbox-Konsolen mächtig Eindruck, nun ist auch eine Version für die PlayStation 5 erschienen und gleichzeitig ein neuer DLC namens "Legend of the Kestrel Lancers" zur bereits verfügbaren Erweiterung "Heroes of the Inner Sphere" hinzugekommen. Für "MechWarrior"-Fans bedeutet das nicht nur eine neue Konsolen-Generation, sondern mit dem neuen Teil auch nach fast zwei Jahrzehnten endlich wieder eine ausführliche Kampagne.

In die Schlacht zieht man im Spiel recht schnell. Ein kurzes Tutorial zeigt, wie man die gigantischen Mechs richtig steuert, ihre einzelnen Roboter-Teile ausrichtet und die jeweils verfügbaren Waffen, die von Granaten über Raketen bis hin zu Lasern reichen, abfeuert. Dann knallt es auch schon gewaltig, denn direkt anschließend werden wir von feindlichen Mechs überrannt, müssen die Flucht antreten und erst einmal unsere Wunden lecken. Schnell aber ist man bei den Schlachten wieder dabei.

Grafisch und spielerisch eine Wucht

Die Kampagnen-Handlung selbst kann man getrost links liegen lassen, denn Spannung hat sie kaum zu bieten. Und auch die Missionsziele hätten abwechslungsreicher ausfallen dürfen. Meist wählt man sich auf einer Sternenkarte ein Ziel aus, wird in einer der abwechslungsreichen Landschaften abgesetzt – und ballert dann munter auf immer neue und wechselnde Gegner los. Die Missionsziele bieten bekannte Kost vom Basis-Verteidigen bis zum Ausschalten bestimmter Ziele. 

Klingt jetzt alles nicht so toll, das Spiel ist aber dennoch genial. Und das alleine deshalb, weil das Gameplay einfach so immens beeindruckend ausgefallen ist. Anders würde man sich wohl auch nicht durch Dutzende und Hunderte Schlachten kämpfen, denn um sich die richtig starken und großen Mechs leisten zu können, muss sehr viel Spielgeld eingesammelt werden. Grafisch und spielerisch ist "MechWarrior 5: Mercenaries" einfach eine Wucht.

Zerstörung bis ins kleinste Detail

Die Spielwelten von "MechWarrior 5" zeigen sich schön abwechslungsreich, was die Motivation hoch hält. Mal ballert man sich durch Wüstengegenden, mal läuft man durch Dschungelgebiete und mal kann es auch sein, dass man auf einem Eisplaneten abgesetzt wird. Die Welten glänzen mit vielen liebevollen Details und sehr scharfer Darstellung, zudem läuft das Spiel extrem flüssig und fast ohne Ladezeiten ab. Auch die Mechs können sich mit detaillierten Waffensystem-Präsentationen sehen lassen. 

An jedem Mech sieht man nicht nur die jeweilige Waffenbestückung, sondern die Waffen haben auch allesamt unterschiedliche Soundeffekte zu bieten. Bemerkenswert sind die grafischen Effekte beim Kampf. Laser hitzen das Blech an Gegnern sichtbar auf, Angriffe hinterlassen Kratzer und Dellen, Salven sprengen Metallplatten von den Robotern ab und per Raketenbeschuss lassen sich ganze Teile wie wie etwa die Arme von den Mechs absprengen. Die Zerstörung ist bis ins kleinste Detail sichtbar, einfach wunderbar!

Spielzeit geht enorm schnell in die Höhe

Zur Auswahl stehen übrigens Dutzende verschiedene Mechs, die sich in Größe, Geschwindigkeit und Waffenbestückung teils komplett unterschieden. Das befeuert die Sammelwut auch deshalb, weil sich jeder Mech anders spielt und anders einsetzen lässt. Als kleiner, flinkerer Mech kann man etwa Gegnergruppen besser ausweichen und aus dem toten Winkel zuschlagen, am Steuer einer schweren Gefechtsmaschine dagegen mäht man Feinde auch schon aus großen Entfernungen einfach reihenweise nieder. Nicht nur die Mechs gibt es in fünf verschiedenen Ausführungen, auch die Waffensysteme haben Stufen.

Die Spielzeit geht so rasend schnell in den dreistelligen Stundenbereich, will man einen Großteil der immer wieder im Handel auftauchenden Mechs und Waffen einstreifen. Schade, dass unsere Begleiter nicht mit dem hohen Niveau mithalten können. Die bekommen wir zwar recht schnell an die Seite gesetzt, sie sterben aber eben so schnell fast kommentarlos weg und werden am nächsten Planeten durch neue Kämpfer ersetzt, die man einfach anwerben kann. Schade ist auch, dass das automatische Skill-Level-System zwar nett ausgefallen ist, aber nicht weit genug gedacht wurde und sich dadurch bei Begleitern nicht gezielt steuern lässt. Gelevelt wird nämlich je nachdem, welche Waffe eingesetzt wird, worauf wir keinen Einfluss haben.

Gameplay macht Spiel zum Mech-Hit

Zumindest die KI macht über weite Strecken einen guten Job, wenn man nicht gerade mit menschlichen Koop-Partnern unterwegs. Ziele werden auch eigenständig gesucht, in die Quere kommt die dem Spieler kaum. Noch kurz zur neuen Erweiterung "Legend of the Kestrel Lancers": Sie bringt eine neue Kampagne mit sich, die rund 15 Stunden dauert und nun auch bei der Handlung etwas besser zu überzeugen weiß. Die Missionen selbst werden aber trotzdem kaum abwechslungsreicher, als Kampffelder gibt es dafür nun auch Großstädte.

Vor allem bei der Story zeigt sich "MechWarrior 5: Mercenaries" maximal mittelmäßig und auch an anderen Ecken hapert es. Dass das Spiel dennoch ein grandioser Titel ist, hat er einzig und alleine dem absolut fantastischen Gameplay zu verdanken. Nie hat es sich so gut angefühlt, in einem Mech Platz zu nehmen und damit alles in der Umgebung zu plätten und zu beschießen. Da nimmt man auch in Kauf, dass die Handlung streckenweise zum Einschlafen ausfällt und die Missionen nicht allzu viel Aufgaben-Abwechslung zu bieten haben.

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