Welt

Mediziner wollen Baby Charlie sterben lassen

Heute Redaktion
14.09.2021, 00:01

Baby Charlie leidet an einer seltenen Erbkrankheit, Ärzte wollen die lebenserhaltenden Maschinen abstellen – doch die Eltern kämpfen um ihren Sohn. Die Story:

Charlie ist erst zehn Monate – vom Leben hat er noch nicht viel gesehen. Regungslos liegt der zehn Monate alte Bub in seinem Bettchen, aus seiner Nase ragen Schläuche. Ernährt wird Charlie durch eine Magensonde, die Augen öffnet der todkranke Bub – er leidet unter der Erbkrankheit MDS, die zu Muskelschwund führt – nur noch selten.

Maschinen halten todkranken Charlie am Leben

Das todkranke Kind wird in einem Spital in London durch künstliche Beatmung am Leben gehalten – jetzt wollen ihn die Ärzte sterben lassen, die Geräte abstellen. "Für jeden klinisch ausgebildeten Experten ist es extrem schwer, wenn von ihm verlangt wird, ein Kind zu behandeln, das keine Chance hat zu überleben oder auch nur seine Lebensqualität zu verbessern." Es sei deshalb im besten Sinne des Kindes, sein Leben sanft zu beenden, Charlie sterben zu lassen", so der Sprecher des Great Ormond Hospital.

Für die Eltern kommt das nicht infrage

Sie verlangen, dass die Ärzte ihren Sohn am Leben halten, bis sie ihn für eine noch nicht gestestete Therapie in die USA bringen können. Auf der Webseite http://www.charliesfight.org/ sammeln sie Spenden, um die Behandlung zahlen zu können.

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Charlie wird künstlich beatmet. Credit: Facebook

Anfang Juni schien es so, als wäre der Streit entschieden: Der oberste Gerichtshof Großbritanniens ordnete an, dass die Ärzte die Beatmung abstellen dürfen. Aber dann zogen Charlies Eltern vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Der verfügte, dass das Kind vorerst am Leben erhalten werden müsse. Charlies Herz mit technischer Hilfe weiterschlagen – mit so "wenig Elend" und "so viel Würde" wie möglich, so das Gericht.

Ob Charlie weiterleben darf, will das Gericht am 10. Juli entscheiden, bis dahin wird der Fall des zehn Monate alten Babys analysiert.

(isa)