Forschung in Wien

MedUni: Neue Stiftungsprofessur für Pflegewissenschaft

Sabine Pleschberger tritt mit 1. Dezember die neu geschaffene Professur für Pflegewissenschaft von MedUni Wien und Verein "Pflegerin mit Herz" an. 
Wien Heute
28.11.2023, 22:44
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"Mit der Stiftungsprofessur für Pflegewissenschaft verankern wir in den kommenden Jahren ein höchst relevantes Thema an der MedUni Wien. Wir freuen uns über diese Gelegenheit, mit der Berufung von Sabine Pleschberger unserem gesellschaftlichen Auftrag einmal mehr nachzukommen", so Markus Müller, Rektor der MedUni Wien.

Bis zuletzt gut leben können

Im Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien wird sich Pleschberger in der Forschung Fragen der Sicherstellung der Pflege in einer alternden Gesellschaft widmen. "Dreh- und Angelpunkt meines wissenschaftlichen Interesses seit nunmehr 25 Jahren ist die Frage, wie eine qualitätsvolle pflegerische Versorgung in einer alternden Gesellschaft bis zum Lebensende sichergestellt werden kann", erklärt Pleschberger. "Letztlich geht es um die große Frage, wie wir in Gesellschaft alt werden und bis zuletzt gut leben können. Hierfür humane Lösungen zu suchen und zu entwickeln ist auch eine wichtige Aufgabe der Pflegewissenschaft, und der möchte ich mich im Rahmen der Stiftungsprofessur gerne widmen."

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Sabine Pleschberger tritt mit 1. Dezember 2023 die neu geschaffene Professur für Pflegewissenschaft an der MedUni Wien an.
Universität Wien/derknopfdruecker.com

"Pflegewissenschaft" studieren

Das Fach "Pflegewissenschaft" soll innerhalb eines medizinisch-wissenschaftlichen Umfelds in der Forschung und innerhalb der an der Medizinischen Universität Wien eingerichteten Diplomstudien der Human- und Zahnmedizin sowie in den Doktoratsstudien vertreten sein. Aus- und Weiterbildungen im Bereich der Pflege, insbesondere in der Intensivpflege und in anderen Spezialausbildungen im Pflegebereich, sollen etabliert werden. Die Stiftungsprofessur ist zunächst auf eine Dauer von drei Jahren vereinbart.

Bei Pflege in Netzwerken denken

Ausgehend von Fragen der Versorgung am Lebensende – Stichwort Hospizbewegung und Palliative Care – beschäftigt sich Pleschberger mit innovativen Konzepten und Modellen zur Bewältigung von Care-Aufgaben. "Es gibt hier ein enormes Potenzial, eine Hilfe- und Pflegebereitschaft in der Bevölkerung, die mitbedacht werden muss, wenn wir uns diesen Fragen widmen. Aber keiner und keine kann und will 'alles' übernehmen", erklärt sie, "deshalb müssen wir zukünftig in Netzwerken denken, wenn wir die Aufgaben der Sorge, Betreuung und Pflege in der Gesellschaft bewältigen wollen." Die Pflegewissenschaft habe hier auch die Aufgabe, die Perspektive der betroffenen Menschen zu erfassen, und ausgehend davon die Versorgung zu gestalten und Angebote zu entwickeln. Damit solche Sorgenetzwerke funktionieren, brauche es die professionelle Pflege. Bei ihr können die vielen Fäden aus informeller Unterstützung und formaler Hilfen zusammenlaufen und vernetzt werden ("community nursing").

Viele Gruppen arbeiten zusammen

"Die Zusammenarbeit der Berufsgruppen – innerhalb der Pflege aber auch im Reigen der anderen Gesundheitsberufe – stellt einen weiteren Schwerpunkt meiner Forschungsarbeit im Rahmen der Stiftungsprofessur dar. Es hat sich gezeigt, dass sie wesentlich dazu beiträgt, dass Pflegepersonen in ihrem Arbeitsfeld bleiben. Attraktivität und Zufriedenheit im Beruf sind Schlüsselthemen, wenn es darum geht, dass die gut ausgebildeten und erfahrenen Pflegenden im Beruf verbleiben und sich engagiert einbringen. Dies muss der Kernbestandteil jeder Strategie gegen Personalnotstand sein", so Pleschberger.

"Pflegerin mit Herz"

"Unser Verein 'PflegerIn mit Herz' hat das Bewusstsein für das Thema Pflege in der Öffentlichkeit geschärft und das Berufsbild der Pflegerinnen und Pfleger gestärkt“, erklärt Vereinspräsident Günter Geyer. "Wir haben der Pflege in Österreich ein Gesicht und eine Stimme gegeben und haben die vielen herausragenden Leistungen von Menschen, die Pflegebedürftige betreuen, sichtbar gemacht. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, den Blick in die Zukunft zu richten und den nächsten Schritt zu gehen. Wir freuen uns darauf, diesen neuen Weg gemeinsam mit der MedUni Wien und Sabine Pleschberger zu beschreiten. Mit dieser Professur, die wir mit 1,5 Millionen Euro fördern, wollen wir wissenschaftliche Lösungen erarbeiten sowie konkrete Lösungen präsentieren und umsetzen, um die Situation für Pflegebedürftige, Pflegerinnen und Pfleger und Angehörige von zu pflegenden Personen in Österreich zu verbessern."

{title && {title} } red, {title && {title} } 28.11.2023, 22:44