Medwedew gewinnt US Open, Djokovic bricht in Tränen aus

Daniil Medwedew triumphiert, Novak Djokovic weint.
Daniil Medwedew triumphiert, Novak Djokovic weint.Reuters
Daniil Medwedew folgt Dominic Thiem nach, gewinnt die US Open. Er vermiest Novak Djokovic den historischen Kalenderjahr-Grand-Slam.

Premierensieg! Daniil Medwedew feiert am Sonntag seinen ersten Major-Titel. Der Russe gewinnt das US-Open-Finale gegen Superstar Novak Djokovic in nur drei Sätzen 6:4, 6:4, 6:4. Der 25-Jährige musste sich dem Serben bei den Australian Open in seinem zweiten Grand-Slam-Finale noch geschlagen geben. Die Revanche glückt ihm nun in nicht einmal zweieinhalb Stunden Spielzeit.

Djokovic weint um Rekord

Medwedew hat das Publikum gegen sich. Einerseits, weil er sich vor zwei Jahren mit den New Yorker Zuschauern angelegt hatte. Andererseits, weil viele am Centre Court miterleben wollen, wie der "Djoker" Tennis-Geschichte schreibt. Es wäre sein 21. Major-Titel – einsame Spitze. Es geht um den Kalenderjahr-Grand-Slam. Beides war seit Wochen das erklärte Ziel. Der Druck scheint zu schwer zu wiegen. Er scheitert. Es fließen bittere Tränen. Noch bevor das Spiel vorbei ist.

Djokovic nach der Niederlage: "Zuerst: Gratulation. Niemand hat das so verdient wie du. Ich wünsche dir noch viele weitere Major-Titel. Obwohl ich verloren habe, muss ich sagen, ist mein Herz mit Freude gefüllt. Weil ich eure Unterstützung bekommen habe. Danke für eure Unterstützung. Ich danke euch."

Djoker hat erneut Tränen in den Augen. Er ist gerührt, es nicht gewohnt, das internationale Publikum auf seiner Seite zu haben. Er lobt seinen Gegner, bedankt sich bei den US-Fans.

Sieger Medwedew zu Djokovic: "Ich habe das noch nie zu jemandem gesagt: Für mich bist du der größte Tennisspieler aller Zeiten." Ans Publikum: "Auch, wenn ihr heute nicht für mich wart … ihr habt mir schon seit 2019 extrem viel Energie gegeben."

"Djoker" chancenlos

Djokovic findet nie richtig ins Spiel. Medwedew dominiert die Nummer 1 der Welt beim eigenen Aufschlagspiel. Beim eigenen Service sucht der Favorit auffallend häufig den Weg ans Netz, geht langen Rallies, normalerweise eine große Stärke, aus dem Weg. Er wirkt angeschlagen. Zur Erinnerung: Über den Turnierverlauf hinweg muss er insgesamt rund fünfeinhalb Stunden mehr spielen als sein Kontrahent. Medwedew gibt nur einen einzigen Satz im gesamten Turnier ab.

Novak Djokovic rastet aus, als er eine Breakchance auslässt.
Novak Djokovic rastet aus, als er eine Breakchance auslässt.Picturedesk.com

Emotionales Ende, Djokovic weint

Medwedew wirkt mental befreiter, körperlich fitter. Er siegt ungefährdet. Einziger Wackler beim Russen: Beim Stand von 5:2 im dritten Satz kann er ausservieren. Er erarbeitet sich seinen ersten Matchball, schenkt Djokovic das Break aber mit drei Doppelfehlern in nur einem Game, auch beim Matchball.

Was folgt: Große Emotionen. Das Publikum peitscht Djokovic noch einmal an. Dieser lacht nach dem 4:5 erst, deutet mit dem Daumen nach oben. Plötzlich bricht er in Tränen aus. Djokovic vergräbt sein Gesicht in seinem Handtuch, bebt am ganzen Körper. Gänsehaut pur!

Djokovic weinte vor dem letzten Aufschlagspiel von Medwedew.
Djokovic weinte vor dem letzten Aufschlagspiel von Medwedew.Screenshot

Medwedew kommt zu zwei weiteren Matchbällen. Wieder vergibt er den ersten per Doppelfehler. Es folgt der erlösende Aufschlagwinner zum Turniersieg.

2020 gewann Dominic Thiem in Flushing Meadows sein erstes Grand-Slam-Turnier. Heuer fehlt er wegen einer Handgelenksverletzung. Der Lichtenwörther hat seine Saison vorzeitig beendet.

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