Noch vor dem Morgengrauen, um 6 Uhr früh gingen in Deutschland bundesweit koordinierte Razzien los. 250 Polizeibeamte gingen gegen 16 sogenannte Reichsbürger vor. Der Vorwurf gegen zumindest zwei Frauen, lautet auf banden- und gewerbsmäßige Urkundenfälschung.
Die Polizeiaktion der Ermittlungsgruppe "Wappen" hat ihr Zentrum in Bayern. Koordiniert wird von der Staatsanwaltschaft München. Im südlichen Freistaat kam es zu mehreren Razzien, auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wurden Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Die Polizei hofft, Beweise gegen insgesamt 16 Beschuldigte zu finden, wie der "Spiegel" schreibt. Die Reichsbürger sind zwischen 40 und 66 Jahren alt.
Amtsanmaßung. Erpressung: Reichsbürger wollen Ämter pfänden
Sieben der Verdächtigen sollen sich als Vertreter des "Bundesstaates Bayern" sehen, ein Name, den sie sich selbst ausgesucht haben. Immer wieder trudeln bei Ämtern und öffentlichen Stellen Briefe der Verdächtigen ein. Die Reichsbürger stellen Forderungen, wollen Geld pfänden oder verlangen Bußgeld. Die Polizei legt das laut "Abendzeitung München" als versuchte Erpressung, versuchte Nötigung und Amtsanmaßung aus.
Ausweise selbst gemacht und verkauft
Auch sollen die Verdächtigen "Staatsangehörigkeitsausweise", "Führerscheine", "Gewerbescheine" und "Amtliche Lichtbildausweise" ausgestellt und gegen Geld weitergegeben haben. Für die Polizei fällt das unter Urkundenfälschung.
Im Einsatz sind 250 Beamte. Auch Spezialeinheiten sind an den Razzien beteiligt. . Seitdem sind die Reichsbürger, die den deutschen Staat nicht anerkennen, ins Visier der Polizei geraten.