Ein beispielloser Cyberangriff erschüttert die Kryptowelt.
Bei der weltweit größten Digitalwährungsbörse Binance haben Hacker Kryptowährungen im Wert von 6,3 Milliarden US-Dollar (rund 5,6 Milliarden Euro) erbeutet.
Der Großdiebstahl spielte sich am Donnerstag innerhalb von nur 20 Minuten ab. Laut Co-Chef Richard Teng handelte es sich um einen komplexen Angriff, bei dem sich die Täter über einen gehackten Laptop Zugriff verschafften und Schadsoftware nutzten, um Spuren zu verwischen.
Wie n-tv.de unter Berufung auf das FBI berichtet, steckt die staatlich unterstützte nordkoreanische Hackergruppe "TraderTraitor" hinter der Tat. Ermittler hätten beobachtet, wie Mitglieder der Gruppe die Beute in die Kryptowährung Ether umtauschten.
Drei Tage nach dem Angriff nahm Binance die Auszahlungen wieder auf – und erlebte prompt einen Run auf das Geld. Dem Analysehaus DefiLlama zufolge zogen Kunden netto mehr als 3,5 Milliarden Dollar ab. Die Abflüsse hätten sich jedoch nach einem ersten sprunghaften Anstieg stabilisiert, teilte das Unternehmen mit.
Binance konnte bereits 95 Prozent der gestohlenen Kundengelder aus eigenen Reserven ersetzen. Das Unternehmen hatte intern rund 6,34 Milliarden Dollar an eigenen Mitteln zurückgelegt, um Verluste zu decken. Zusammen mit Partnern wurden bis Freitag rund drei Milliarden Dollar an gestohlenen Vermögenswerten eingefroren.
US-Präsident Trump zeigte sich vorsichtiger als das FBI: Es sei noch nicht sicher, ob Nordkorea in den Vorfall verwickelt sei. Sollte dies der Fall sein, werde man mit der Regierung in Pjöngjang darüber sprechen. Nordkorea bestreitet seit Jahren Vorwürfe, staatliche Cyber-Einheiten für Finanzdiebstähle einzusetzen.
Binance-Gründer Changpeng Zhao dankte den US-Behörden auf X für die Unterstützung bei der Verfolgung der Hacker. Die Kryptobörse hat weltweit rund 335 Millionen registrierte Nutzer und verwaltete laut Jahresbericht für 2025 ein Vermögen von 162,8 Milliarden Dollar.