Mega-Schlepperring in NÖ gesprengt

Die Ermittler des Landeskriminalamtes Niederösterreich haben nach über einem Jahr Observation neun Schlepper festgenommen, die gemeinsam mit anderen Kriminellen rund 5.000 Menschen in den Westen geschleppt haben sollen.

Die Beamten ermittelten seit Oktober 2011 gegen Mitglieder einer internationalen Organisation, die seit 2003 afghanische Asylwerber vom Iran über die Türkei nach Griechenland und dann weiter nach Österreich und in andere europäische Länder geschleppt haben sollen.

Die Ermittler forschten im Dezember 2011 einen 31-jährigen afghanischen Staatsbürger als Verdächtigen aus. Bei Erhebungen konnten weitere Täter der Organisation ausgeforscht werden. Der 31-Jährige, der sich voll geständig zeigte, und zwei weitere Verdächtige wurden im Juni 2012 festgenommen. Den Ermittlern gelang es, in Österreich zwei weitere Helfer der Organisation in Österreich festzunehmen. Nach weiteren Mitgliedern der Tätergruppe wird gefahndet.

5.000 Menschen geschleppt

Die Schlepper hatte einen Ansprechpartner im Iran, der seit 2003 15 Schleppungen in der Woche in den Westen organisiert haben soll. Die Behörden gehen davon aus, dass seit 2003 5.000 Menschen in den Westen geschleppten worden sind. Für die Schleppung vom Iran in das Zielland in Europa mussten Schleppungswillige zwischen 8.000 und 12.000 Euro an die Organisation zahlen.

Eigenes "Banksystem"

Die Organisation soll ein eigenes internes "Banksystem" betrieben haben, in dem Geld für Schleppungen zwischen den Herkunfts- und Zielländern auf sämtlichen Stationen einbezahlt werden konnte. Insgesamt kassierten die Schlepper 50 Millionen Euro von den Geschleppten.

Die geschleppten Personen sollen von seinen Helfern zu Fuß über die Grenze in die Türkei und von dort nach Griechenland verbracht worden sein. In Griechenland habe sich das Zentrum der Organisation befunden, das vom Haupttäter der Organisation und dessen drei Helfern geleitet worden sein soll. Die Weiterschleppung der Flüchtlinge nach Mittel- und Nordeuropa soll auf verschiedenen Routen im Flugzeug, mit Fähren und Fahrzeugen erfolgt sein, vor allem unter Verwendung gefälschter oder missbräuchlich verwendeter Dokumente.

Sieben der in Österreich festgenommenen Personen wurden bereits vom Landesgericht Korneuburg wegen Schlepperei und Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Zwei weitere Verdächtige befinden sich in der Justizanstalt Korneuburg in Untersuchungshaft.

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