Österreich

Mehr Chemie als Natur in pflanzlicher Kosmetik

Immer mehr Kosmetikhersteller setzen vermehrt auf pflanzliche Zutaten. Doch laut einem AK-Test steckt mehr Chemie als Natur in den Produkten.
Heute Redaktion
14.09.2021, 00:20

Während der allgemeine Kosmetikmarkt stagniert, erlebt Bio- und Naturkosmetik hierzulande seit Jahren starke Zuwächse. Deshalb setzen auch konventionelle Kosmetikhersteller laut ihren Werbeversprechen vermehrt auf pflanzliche Zutaten.

Doch wie nun ein Test der Arbeiterkammer beweist, hält das grüne Image nicht immer was es verspricht.

Der AK-Konsumentenschutz hat gemeinsam mit "die umweltberatung" Wien das Verhältnis der Anzahl pflanzlicher Inhaltsstoffe zur Gesamtanzahl in Duschgels, Shampoos und Gesichtscremen untersucht. Zusätzlich wurde überprüft, ob die vermeintlich natürlichen Produkte bedenkliche Stoffe enthalten.

Zwölf Produkte getestet

Zwölf getestete Kosmetik-Produkte enthalten laut Zutatenliste deutlich weniger pflanzliche Stoffe, als die klingenden Produktnamen und die Optik der Verpackung vermuten lassen würden.

So findet sich als häufigster Inhaltsstoff in den untersuchten Duschgels und Shampoos, nach Wasser, Sodium Laureth Sulfate.

Dabei handelt es sich um ein Tensid, das stark schäumt, stark entfettet und die Haut für Schadstoffe durchlässiger macht. Aus diesem Grund soll es laut österreichischem Lebensmittelbuch in echter Naturkosmetik nicht eingesetzt werden.

Ein Duschgel verspricht zum Beispiel nach Matcha Grüntee und Kokoswasser zu duften. Die Verpackung des Duschgels erinnert an einen tropischen Urwald - doch viel Natur sei in dem Gel laut Test nicht zu finden.

Weder Matcha Grüntee noch Kokoswasser seien enthalten, nur drei von 25 Inhaltsstoffen seien pflanzlichen Ursprungs.

Krebserregende Stoffe enthalten

Schockierend: Drei von vier Duschgels enthielten laut Konsumentenschützern Farbstoffe, die bedenklich sind, da sie Allergien auslösen oder sogar krebserregende Stoffe freisetzen können.

Konsumentenschützer raten dringend dazu, bei „Naturkosmetik" auf offizielle Gütesiegel zu achten. Dazu zählen BDIH, NATRUE, Ecocert oder „Austria Bio Garantie". Alle Infos zum Test auf der AK-Homepage.



(mip)

Jetzt E-Paper lesen