Bei der Deutschen Bahn begann am Nachmittag die bisher längste Arbeitsniederlegung im laufenden Tarifkonflikt. Sechs Tage lang wollen die Lokführer sowohl den Güter- als auch den Personenverkehr lahmlegen. Dem Management, der Politik und den Fahrgästen geht langsam die Geduld aus.
Die Lokführergewerkschaft hatte ihre Mitglieder dazu aufgerufen, am Montagnachmittag deutschlandweit den Gütertransport einzustellen. Seit Dienstag 2.00 Uhr Früh blieben auch die Personenzüge in den Remisen. Erst Sonntagfrüh werden die Räder wieder anrollen. Bei den vergangenen sieben Streiks hatte die Deutsche Bahn immer Notfallfahrpläne ausgearbeitet - so auch diesmal. Damit lässt sich aber nur ein Rumpfprogramm aufrechterhalten. Bahnreisende stehen vor sechs Tagen Zugsausfällen und Verspätungen.
Mehr Geld, weniger Arbeit
Die GdL fordert fünf Prozent mehr Gehalt und eine Stunde weniger Arbeit pro Woche. Die DB hat zuletzt aber nur 4,7 Prozent geboten und das in zwei Stufen plus einer Einmalzahlung von 1.000 Euro.
CSU-Verkehrsminister Alexander Dobrindt und SPD-Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel sind verärgert. Beide haben "kein Verständnis" mehr für den weiteren Ausstand. Die Auswirkungen reichen auch bis Österreich. Die ersten Nachtzüge u.a. nach Düsseldorf und Hamburg sind bereits ausgefallen.
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