Mein Adventkalender

Mit dem 1. Dezember begann der Adventkalender. Jeden Tag durften wir Kinder ein neues Fenster öffnen, 24 Tage lang, bis zum Heiligen Abend. So wuchs von Tag zu Tag die Spannung, die vorweihnachtliche Freude auf das Christkind. So war das damals, in der Kinderzeit, als wir, wie die Erwachsenen sagten, "noch an das Christkind glaubten".

Mit dem 1. Dezember begann der Adventkalender. Jeden Tag durften wir Kinder ein neues Fenster öffnen, 24 Tage lang, bis zum Heiligen Abend. So wuchs von Tag zu Tag die Spannung, die vorweihnachtliche Freude auf das Christkind. So war das damals, in der Kinderzeit, als wir, wie die Erwachsenen sagten, "noch an das Christkind glaubten".

Wie sieht heuer mein Adventkalender aus? Jeden Tag neue Termine. Je näher Weihnachten kommt, desto dichter, ja hektischer wird der Adventkalender. Statt Vorweihnachtsfreude nur Stress? Kommt das daher, dass wir Erwachsenen nicht mehr so recht ans Christkind glauben?

In meinem Adventkalender steht eine Reise in die Ukraine. Papst Franziskus schickt mich als seinen Vertreter, um in Kiew der 25 Jahre seit dem Ende des Kommunismus’ zu gedenken. Es herrscht dort keine Jubelstimmung. Der russisch-ukrainische Konflikt überschattet die Freude über die wiedergewonnene Freiheit. Besuche bei Verwundeten und Flüchtlingen werden mich an die Dramatik der Situation erinnern.

In meinem Adventkalender steht auch der vorweihnachtliche Besuch in Wiens größtem Gefängnis. Es ist jedes Jahr für mich sehr bewegend, den vielen, vor allem jungen Gefangenen zu begegnen. Wenn wir dann versuchen, gemeinsam "Stille Nacht" zu singen, dann wird mir bewusst, worum es eigentlich im Advent geht. "Christus, der Retter ist da", singen wir alle zusammen. Dann kommt wieder kindliche Weihnachtsfreude auf, und ich weiß: Ich hatte mich damals nicht getäuscht, dass ich an das Christkind glaubte.

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