Szene

Mein erster Blick auf die Elbphilharmonie

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:10

Am Mittwoch eröffnet in Hamburg die Elbphilharmonie. Ein Jahrhundertbau, weithin sichtbar, optisch erinnernd an einen von einer Riesenwelle getragenen Ozeandampfer - Hamburg erhält im Hafen ein neues Wahrzeichen. Die Schweizer Stararchitekten Herzog De Meuron, deren Ruhm Meisterwerke von Londons Tate bis zum Schaulager in Basel begründen, schufen ein außergewöhnliches Gebäude, dessen Originalität und spektakuläre Lage über dem Fluss beeindrucken.

Am Mittwoch eröffnet in Hamburg die Elbphilharmonie. Ein Jahrhundertbau, weithin sichtbar, optisch erinnernd an einen von einer Riesenwelle getragenen Ozeandampfer – Hamburg erhält im Hafen ein neues Wahrzeichen. Die Schweizer Stararchitekten Herzog De Meuron, deren Ruhm Meisterwerke von Londons Tate bis zum Schaulager in Basel begründen, schufen ein außergewöhnliches Gebäude, dessen Originalität und spektakuläre Lage über dem Fluss beeindrucken.

Darüber hinaus entstand ein technisches Wunderwerk, das mit seiner perfekten Akustik musikalisch an der Weltspitze mitspielen wird. Der "himmelstürmenden Idee" ( Neue Zürcher Zeitung) gingen 15 lange Planungs- und Baujahre, Verzögerungen und eine daraus resultierende, heftig kritisierte Verzehnfachung der Kosten (auf 865 Millionen Euro) voraus. Die Hansestadt Hamburg hat sich mit diesem Bau der Superlative endgültig von der biederen Kaufmannstadt in eine Kulturmetropole mit Weltgeltung verwandelt.

An der Spitze des Hauses wirkt der tüchtige Generalintendant und österreichische Musikmanager Christoph Lieben-Sautter. Der in Musik und Wirtschaft gleichsam beschlagene Wiener stand von 1996 bis 2007 an der Spitze des Wiener Konzerthauses. Sein Hamburger Vertrag wurde nun bis 2021 verlängert. Lieben-Sautter navigiert 120 Mitarbeiter und lotste das Haus mit Bravour durch die stürmische Bauphase.

Beeindruckend ist auch der musikalische Auftakt. Geboten wird einen Monat lang eine tolle Mischung aus Oper, Pop, Jazz und Worldmusic von Schönbergs "Moses und Aaron" über die "Einstürzenden Neubauten" bis zur "Chicago Symphony" unter Riccardo Muti (mit dabei auch der österreichische Avantgardist Georg Friedrich Haas mit "Release"). Was Hamburg nun hat, das fehlt Wien – ein neuer Superkulturbau. Mit hässlichen Aufbauten für das Wien Museum stellt sich Wiens Kulturpolitik nur ein Armutszeugnis aus. Hoch lebe die Kunst.

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