Österreich

Meinl jetzt grün – Aus für den legendären "Mohr" 

Sandra Kartik
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Zur Wiedereröffnung von Julius Meinl am Graben wurde das Markenzeichen, der Mohr, verbannt.
Zur Wiedereröffnung von Julius Meinl am Graben wurde das Markenzeichen, der Mohr, verbannt.
Helmut Graf, Picturedesk

Meinl am Graben erstrahlt ab Samstag in Wien in neuem Glanz, jedoch ohne sein umstrittenes Markenzeichen, den Mohr. 

1950 eröffnete Meinl am Graben als kleine Greisslerei im Herzen Wiens. Der elegante Delikatessen-Laden blieb, nachdem alle anderen Filialen der Kette 1999 geschlossen wurden. Auch das Logo des Traditionshauses, der Mohr in Rot oder Gold, überlebte im Geschäft sowie auf dem weltweit verkauften Kaffee. Nun hat das umstrittene Symbol jedoch ausgedient. 

So sieht das neue Logo jetzt aus: Der Fes ist geblieben, der Mohr ist weg. Als "House of Meinl" will das Traditionsunternehmen internationaler werden.
So sieht das neue Logo jetzt aus: Der Fes ist geblieben, der Mohr ist weg. Als "House of Meinl" will das Traditionsunternehmen internationaler werden.
Helmut Graf

Einen Tag vor der Wiedereröffnung präsentierte sich der Luxus-Supermarkt nach umfangreichen Umbauarbeiten ohne Mohr, der Fes ist aber geblieben. Als "House of Meinl" wird die Marke jetzt internationaler. "Wir haben uns für eine Kombination aus Modernisierung und Tradition entschieden", sagen Udo Kaubek, Geschäftsführer von Meinl am Graben und Vorstandsmitglied Herbert Vlasaty. "Wir haben besonderen Wert darauf gelegt das Geschäftslokal umfassend zu modernisieren und gleichzeitig den gewohnten Charme zu erhalten."

Politisch korrekte Verjüngungskur

Die "Verjüngungskur", die zuvor angekündigt wurde, ist nicht nur im modernisierten Shop-Konzept spürbar, sondern auch beim Image. "Auch die traditionellen Meinl am Graben Farben haben wir überdacht – sie werden in Petrol-Grün geändert."

Das ursprüngliche Markenzeichen, ein schwarzer Kinderkopf mit hohem rotem Fes auf gelbem Grund, wurde in den 1920er-Jahren vom Wiener Grafiker Joseph Binder entworfen und 2004 überarbeitet. In den letzten Jahren wurde immer wieder lautstark gefordert, den Mohr in Pension zu schicken, um keine rassistischen Klischees und Fehlinterpretationen der Kolonialzeit zu befeuern.

„Der Meinl am Graben ist seit über sieben Jahrzehnten untrennbar mit der Wiener Innenstadt verbunden. Er ist eine Ikone des guten Geschmacks und ein kulinarisches Wahrzeichen von Wien“, sagt Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke.

Kohlbauer poltert im Netz

Auf Twitter hagelte es prompt Kritik – etwa von FP-Politiker Leo Kohlbauer. Er sieht das Redesign als "Zeichen einer völlig kaputten Gesellschaft".

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