Hilfspaket muss für Julius Meinl V. (52) zum Glück keines geschnürt werden, darf doch der Spross der Handelsdynastie geschätzte 1,9 Milliarden sein Eigen nennen. Dennoch dürfte es Meinl schmerzen, dass er trotz zweier Rückgabeanträge weiter auf jene 100 Millionen Euro Kaution warten muss, die ihm 2009 die Freiheit brachten.
Immerhin wird ihm das halb freiwillige Geschäft mit der Republik wohl kaum mehr als die üblichen Sparbuchzinsen bringen. Julius Meinl V. (für ihn gilt die Unschuldsvermutung) war 2009 unter Betrugs- und Untreueverdacht in Haft genommen worden. Hintergrund waren Zertifikat-Deals rund um Meinl European Land (MEL), die in einem massiven Wertverlust der angeblich so sicheren Papiere gipfelten. Die Opfer, Tausende Anleger, prozessieren nach wie vor gegen die Meinl Bank und MEL (heute Atrium). Gleichzeitig laufen laut Staatsanwaltschaft Wien auch die Ermittlungen gegen Julius Meinl weiter. Derzeit wartet die Justiz auf Unterlagen,die bei Razzien in Liechtenstein und der Schweiz sichergestellt worden sind.