Drei Viertel aller Gänse, die in Österreich gegessen werden, kommen aus dem Ausland. Die Haltungsbedingungen sind die Hölle. Doch das Geschäft boomt.
Stopfleber, Daunen-, Martini- oder Weihnachtsgans. Speziell um die kältere Jahreszeit sind Gänse in Österreich heiß begehrt. Zum Leidwesen der Tiere. Denn die meisten Tiere werden im Ausland unter Bedingungen gehalten, die in Österreich streng verboten sind.
"Die Frage ist: Wollen die Österreicher wirklich importierte Tiere essen, die so gehalten wurden?", fragt Martin Pluda, Kampagnenleiter von VIER PFOTEN
Drei Viertel aller Gänse aus dem Ausland
Das Problem ist, dass "drei Viertel der hierzulande konsumierten Gänse aus dem Ausland kommen", kritisiert die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN in einer Aussendung. 1.456 Tonnen geschlachtete, unzerteilte Gänse wurden im Jahr 2017 laut dem Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus importiert. Die meisten von ihnen, rund 1.406 Tonnen, kommen aus Ungarn.
In Ungarn gequält in Österreich gegessen
Ungarn ist eines der letzten Länder in Europa in dem die brutale Stopfmast ("Stopfleber" oder "Foie Gras") noch erlaubt ist. Bei der Stopfmast wird den Gänsen bis zu dreimal täglich ein Metallrohr in die Speiseröhre gesteckt, um sie mit einem fetthaltigen Gemisch vollzustopfen. Nach ein paar Wochen ist ihre Leber zehn mal größer als normal und die Tiere werden geschlachtet.
Käfighaltung, Stopfleber, Lebendig gerupft
„Gänse, die gestopft werden, werden fast immer auch in Käfigen gehalten", sagt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Martina Pluda. "Die Vögel entwickeln Haltungs- und Ganganomalien, verletzen sich an den Flügeln und bekommen wunde Stellen an den Füßen". Damit leiden sie doppelt. "Einerseits unter der grausamen Stopfmast, andererseits unter der beengten Haltung". Zusätzlich werden viele Gänse auch zur Daunenproduktion missbraucht. Bedeutet, dass ihnen ihre Federn bei lebendigem Leib herausgerissen werden.
Käfighaltung für alle Tiere in der EU verbieten
Über 140 Tier- und Umweltschutzorganisationen haben eine EU-weite Petition gestartet: "End The Cage Age". „Alle Tiere, nicht nur Gänse und Enten, haben ein Recht auf ein Leben außerhalb von Käfigen", so Martin Pluda von VIER PFOTEN. Ziel der Kampagne ist es, die Käfighaltung für Legehennen, Schweine (Kastenstand), Kaninchen, Gänse, Enten und Wachteln EU-weit zu beenden. "Daher zählt wirklich jede Unterschrift!", so Pluda.
Eine Viertelmillion Menschen (Stand 12.12.2018) haben die Petition bisher unterschrieben. „Wir haben insgesamt ein Jahr Zeit, um eine Million Unterschriften zu sammeln. Beenden wir diese Grausamkeit!", rufen die Initiatoren auf. (mp)