Viel Action, wenig Biss im neuen "Men in Black"

Nach fulminantem Start verkümmert die Sci-Fi-Komödie im Kreuzfeuer der Laserkanonen.
Sie tragen schwarze Anzüge und dunkle Sonnenbrillen. Ihre Fingerabdrücke werden weggehobelt, ihre Namen auf einen einzigen Buchstaben reduziert. Sie jagen gemeingefährliche Aliens, die ohne Visum auf die Erde kommen. Wer ihren Weg kreuzt, wird per "Blitzdings" um heikle Erinnerungen erleichtert. Sie sind die geheimste aller Geheimorganisationen. Willkommen bei den "Men in Black"!

"Ähm, die MÄNNER in schwarz, wirklich?" wundert sich Rekrutin M (Tessa Thompson) an ihrem ersten Tag in der New Yorker Zweigstelle. Chefin O (Emma Thompson) winkt kopfschüttelnd ab. Sie habe diesen Kampf bereits ausgefochten, doch die Zeit sei einfach noch nicht reif für eine geschlechtergerechte Namensänderung.

Offensichtlich war die Zeit auch noch nicht reif, um O nach ihrem Kurzauftritt in "Men in Black 3" (2012) eine größere Rolle zu verpassen. Die geht stattdessen an Neueinsteiger Liam Neeson, der als High T die London-Dependance der Agency leiten darf. Schade, denn mehr O hätte dem Film sicherlich gut getan.

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Der Trailer von "Men in Black: International":





Perfekter Start



Aber alles der Reihe nach. Die ersten 20 Minuten von "Men in Black: International" gehören zu den besten der gesamten Reihe. Mit ungeheurer Fantasie schütteln die Special-Effects-Experten famose Aliens aus dem Ärmel, von reißzahnbewehrten Schuhmonstern über niedliche Schachfigurenkrieger und lebenden Bärten bis hin zu Menschenfleisch verflüssigenden Nebelschwaden.

Tessa Thompson verpasst dem Franchise als sympathische Quereinsteigerin, die sich einen Platz bei den Men in Black erkämpft, die erhoffte Frischzellenkur. Chris Hemsworth gefällt als fescher Hallodri und James-Bond-Verschnitt für Aluhutträger. Dass die beiden ein exzellentes Leinwand-Duo abgeben stellten sie bereits in "Thor: Ragnarok" (2017) unter Beweis. Nun müssen sie einen Maulwurf in den Reihen der Alienjäger ausfindig machen, der eine Massenvernichtungswaffe an böse Mächte verschachern will.

Lahmes Ende



Wie man auf einem winzigen Krimi-Fundament großartige Sci-Fi-Comedy baut, demonstrierte Teil eins der Reihe (1997, mit Will Smith und Tommy Lee Jones in den Hauptrollen). Regisseur Barry Sonnenfeld war vor allem daran interessiert, mit irrwitzigen Außerirdischen zu überraschen und den Schmäh zwischen den Hauptfiguren laufen zu lassen. Die Action war dafür nur Mittel zum Zweck.

Ganz anders legt F. Gary Gray ("Fast & Furious 8") den neuen Film an. Ihm geht es um Action, und je mehr davon zu sehen ist, desto mehr versanden Fantasie und Humor. So werden maßgeschneiderte Anzüge zur Fließbandware vom Hollywood-Discounter.

Fazit:



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"Men in Black: International" startet am 14. Juni 2019 in den österreichischen Kinos.

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