Egal, wann man den wirklichen Beginn des "Austropop" (anfangs "Dialektwelle") ansetzt: Marianne Mendt läutete alles mit ihrem Hit "Wie a Glockn" ein. Trotzdem bleibt die auch nach wie vor beste Jazz-Sängerin des Landes bescheiden: "Der Ausdruck Mutter des Austropop stammt von Wolfgang Ambros und ehrt mich natürlich."
Egal, wann man den wirklichen Beginn des "Austropop" (anfangs "Dialektwelle") ansetzt: Marianne Mendt läutete alles mit ihrem Hit "Wie a Glock’n" ein. Trotzdem bleibt die auch nach wie vor beste Jazz-Sängerin des Landes bescheiden: "Der Ausdruck ‚Mutter des Austropop‘ stammt von Wolfgang Ambros und ehrt mich natürlich."
Autor des Glock’n-Hits war die Austro-Kabarett-Legende Gerhard Bronner, der schon für Helmut Qualtinger (u.a. "Der g’schupfte Ferdl") Hits schrieb. In meiner Sendung "Austropop Legenden" (heute, 20.15 Uhr bei Servus TV) macht der inzwischen leider verstorbene Bronner in seinem letzten TV-Interview Mendt ein Kompliment: "Am meisten inspirierte mich Qualtinger – aber gleich danach kam Marianne, die auch als eine der wenigen Sängerinnen Österreichs ein absolutes Gehör besitzt." Weitere Höhepunkte heute Abend: Ein Interview mit Mariannes Tochter Anna (die sehr ungern vor Kameras tritt) – und die Weltpremiere meines Konzertmitschnitts, wo Marianne Mendt in der Wiener Stadthalle mit ihrer Big-Band und Erwin Steinhauer, Angelika Milster und Viktor Gernot ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum feierte.
Diese Woche feiert Marianne ein weiteres, schier unglaubliches Jubiläum: Sie wird 70 Jahre alt. Doch keine Rede vom Ruhestand: So fördert sie weiterhin mit ihrem 10. "MM-Jazz Festival" heimische Jazz-Talente und engagiert sich vehement für Flüchtlinge, die nach Österreich kommen. Mendt: "Wir müssen unsere Herzen offenhalten und als reiches Land Bedürftigen helfen." Was mich an Marianne in all den Jahren unserer Zusammenarbeit so beeindruckt, ist ihre Musikalität, ihr soziales Engagement und ihr Humor, den sie bis heute nicht verloren hat. So meint sie heute mit Augenzwinkern: "Ich sag immer: Alt und schiach werd’ ich von alleine – jetzt kann ich nur mehr gut werden!"