Acht Stunden lang musste sich "Graf Lobby" Alfons Mensorff-Pouilly am Mittwoch von der Staatsanwaltschaft grillen lassen. Inhalt der Befragung: Telekom-Affäre und Blaulichtfunk.
?Jahrelang liefen die Ermittlungen mehr als zögerlich, jetzt gibt die Staatsanwaltschaft Vollgas: Alfons Mensdorff-Pouilly musste am Mittwoch der Anklagebehörde und Korruptionsermittlern Rede und Antwort stehen, berichten Format und das ORF-Radio.
Mit "Graf Lobby" kann man in Bezug auf mutmaßliche Korruptionsfälle einiges bereden: Die Staatsanwälte rund um Ermittlungsleiter Hannes Wandl interessierten sich konkret für die Telekom-Affäre und die Ungereimtheiten bei der Auftragsvergabe für den digitalen Blaulichtfunk.
"Es war ein konstruktive Einvernahmeklima", zitiert das Ö1-Mittagsjournal Mensdorff-Pouillys Anwalt Harald Schuster.
Mehrere Skandale rund um die Telekom
Österreichs Telekom-Riese wird derzeit von mehreren Skandalen erschüttert. Einerseits soll der Konzern bei der Vergabe des Blaulichtfunkprojekts auf die Dienste Mensdorffs vertraut haben, sagte Ex-Telekomvorstand Gernot Schieszler aus. Der Graf habe dafür Millionenzahlungen erhalten.
2003 hatte der damalige Innenminister Ernst Strasser dem ursprünglichen Konsortium den Zuschlag für den Aufbau des Digitalfunknetzes entzogen - zum Zug kam danach eine Gruppe Unternehmen rund um Motorola und Telekom.
2,9 Millionen für Wanovits
Auch in der Causa der Kursmanipulation der Telekom-Aktie im Jahr 2004 gibt es neue Entwicklungen: Laut dem Ö1-Morgenjournal des ORF-Radio könnte das Honorar an den Broker Johann Wanovits, der die Kursmanipulation durchgeführt haben soll, bis zu 2,8 Mio. Euro betragen haben. Diese Summe könnte Wanovits zwischen 2004 und 2009 von der Telekom bekommen haben. Bisher war von rund einer Million Euro für Wanovits die Rede.
Red./APA