Mensdorff-Pouilly vernichtete Beweis-Unterlagen

Bild: Alexander Tuma/www.picturedesk.com

Mensdorff-Pouilly konnte vor den Ermittlungsbehörden nicht erklären, welche Unternehmen er für die Telekom Austria auf mögliche Übernahme geprüft hat. Die Unterlagen über seine 2.000 Stunden Arbeit habe er vernichtet, nachdem seine Beratung im Herbst 2008 nicht mehr gefragt war.

konnte vor den Ermittlungsbehörden nicht erklären, welche Unternehmen er für die Telekom Austria auf mögliche Übernahme geprüft hat. Die Unterlagen über seine Arbeit habe er vernichtet, nachdem seine Beratung im Herbst 2008 nicht mehr gefragt war.

"Wos woa mei Leistung" - diese Frage beschäftigt die Staatsanwaltschaft nicht nur beim Ex-FPÖ-Spitzenpolitiker Walter Meischberger, sondern auch bei der millionenschweren Beratungstätigkeit des Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly für die Telekom Austria.

Wie das Nachrichtenmagazin "Format" am Donnerstag vorab berichtet, hat er alle Unterlagen zu seiner Beratungstätigkeit für die Telekom Austria über seine 2.000 Stunden Arbeit vernichtet. Für die knapp fünfmonatige Suche nach Übernahmekandidaten soll der Lobbyist der teilstaatlichen Telekom 1,1 Mio. Euro verrechnet haben.

Mensdorff steht wegen der - noch immer nicht flächendeckend umgesetzten - Umstellung auf den Behördenfunk Tetron im Visier der Ermittler. Während Mensdorff selber bestreitet, hier jemals Aufträge erhalten zu haben, sollen von Motorola über Umwege mehr als 2 Mio. Euro bei dem Lobbyisten gelandet sein. Dies würden Ermittlungen aus den USA und Österreich nahelegen, so das "Format". Für die 1,1 Mio. Euro-Zahlung der Telekom Austria kann Mensdorff keine Unterlagen über seine Arbeit vorlegen.

Zahlungen für Behördenfunk?

Die Ermittler hegen nun den Verdacht, dass es dabei in Wahrheit um Zahlungen im Umfeld des Behördenfunks gegangen sein könnte, heißt es. Bei der Telekom Austria konnten jedenfalls keinerlei Gegenleistungen für den Millionenbetrag gefunden werden. Daher wurde auch dieser Fall vom Unternehmen bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Weil nicht alles versteuert worden sein soll, drohe Mensdorff nun auch ein Finanzstrafverfahren, so der Bericht.

Strasser wies Vorwürfe zurück

Die Vergabe von Tetron wurde unter dem ehemaligen ÖVP-Innenminister Ernst Strasser durchgeführt, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen vermeintlicher Schmiergelder während seiner Tätigkeit als EU-Abgeordneter ermittelt. Sowohl Strasser als auch Mensdorff-Pouilly haben stets sämtliche Vorwürfe zurück gewiesen. Laut "Format" hat das ÖVP-geführte Innenministerium bisher die Ermittlungsergebnisse zu der Blaulichtfunk-Causa als "Staatsgeheimnis" behandelt - zum Schutz von Mensdorff-Pouillys, Ehemann von Ex-VP-Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, wie das Nachrichtenmagazin schreibt.

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