Eineinhalb Jahre lang versuchte das Team, mit dem "Zero Pods"-Konzept, also auf ein Minimum zusammengeschrumpfte Seitenkästen, zum Erfolg zu kommen – allerdings vergebens. Die Mercedes-Boliden waren nicht stabil genug, besonders empfindlich und schwer abzustimmen. Deshalb vollzog der Rennstall von Teamchef Toto Wolff die 180-Grad-Wende, schon in Monaco waren die neuen Seitenkästen am W14 angebracht, in Barcelona bestätigte sich dann, dass der runderneuerte Mercedes-Bolide funktioniert, der Rennstall einen großen Schritt nach vor machte. Lewis Hamilton als Zweiter und George Russell mit Rang drei fuhren hinter Überflieger Max Verstappen aufs Stockerl.
Mit Mercedes ist also wieder zu rechnen,. Das betonte auch Russell: "Das Auto hat sich sehr, sehr stark angefühlt, vielleicht so gut, wie es sich noch nie in Barcelona angefühlt hat. Es war auf jeden Fall das Beste, das ich in dieser Saison erlebt habe", meinte der 25-JÄhrige.
Und ließ seine Warnung an Red Bull folgen: "Wir machen Schritte in die richtige Richtung. Wir müssen aber vor allem für das nächste Jahr sicherstellen, dass wir voll durchstarten. Wir können als Team schneller entwickeln, als alle anderen", so der Brite nach seinem dritten Platz im Großen Preis von Spanien.
Ähnlich zuversichtlich zeigte sich auch Siebenfach-Weltmeister Hamilton, der kurz vor einer Vertragsverlängerung bei den "Silberpfeilen" steht. "Es war sicherlich das beste Auto in den letzten eineinhalb Jahren. Das ist sehr ermutigend, nicht nur für mich, sondern für alle im Team. Es wird der Moral aller im Team einen Schub geben. Diese Energie werden wir in die Entwicklung des Autos einbringen", versprach der Brite.
Hamilton liegt nach sieben Saisonrennen auf dem vierten Platz der Fahrer-Weltmeisterschaft, hat aber bereits kaum aufholbare 83 Punkte Rückstand auf Doppel-Weltmeister Max Verstappen, der auch in Barcelona triumphierte. Russell ist 22 Zähler dahinter Fünfter. Immerhin schoben sich die "Silberpfeile" bereits auf Platz zwei der Konstrukteurswertung vor.