Am Freitag um 14.20 Uhr hat ein Mann im Kommissariat von Rambouillet, einer Kleinstadt rund 50 Kilometer südwestlich von Paris, eine 48-jährige Polizistin mit einem Messer attackiert. Die Frau, die gerade das Gebäude betreten hatte, wurde dabei so schwer verletzt, dass sie, trotz Reanimation durch Feuerwehrleute, noch vor Ort ihren Verletzungen erlag.
Offenbar war die administrative Mitarbeiterin am Hals verletzt worden. Die Polizei riegelte die Umgebung des Tatorts weiträumig ab. Auch die Feuerwehr und Sanitäter waren im Einsatz.
Der Angreifer, laut bei ihm gefundenen Papieren ein 36-jähriger Mann mit tunesischer Staatsangehörigkeit, sei daraufhin von Kollegen der Polizistin mit zwei Schüssen getötet worden, berichtet "Le Parisien". Er habe sich 2009 im Land aufgehalten.
"Die Republik hat gerade eine ihrer Alltagsheldinnen verloren – bei einer barbarischen und unendlich feigen Tat", schrieb Premier Jean Castex am Freitagnachmittag auf Twitter.
Die Hintergründe des Vorfalls waren zunächst unklar. Die Antiterror-Staatsanwaltschaft hat aber mittlerweile die Ermittlungen übernommen. Die Polizei äußerte sich auf Nachfrage nicht zum Vorfall. Castex reiste am Nachmittag zum Tatort.
Er sei in Gedanken bei der gestorbenen Polizistin und habe große Wut, sagte Philippe Benassayam, Abgeordneter aus der Region, im französischen Fernsehen. "Die Polizei ist unter Beschuss. Sie muss wirklich beschützt werden, denn die Angriffe sind konstant, regelmäßig und alltäglich." Die Präsidentin der Pariser Großraumregion Ile de France, Valérie Pécresse, sagte dem Fernsehsender BFM-TV, es gebe weiter eine "starke Bedrohung" gegen die Polizei in Frankreich.
Immer wieder gibt es in Frankreich Angriffe auf die Polizei. Im Herbst 2019 tötete ein Angestellter im Polizeihauptquartier in Paris vier seiner Kollegen mit einem Messer. Die Ermittler gehen von einem Terrorhintergrund aus. 2017 tötete ein Mann auf der Pariser Nobelstraße Champs-Élysées einen Beamten und verletzte zwei weitere. Der IS reklamierte die Tat für sich. Frankreichs Mitte-Regierung will mit einem neuen Sicherheitsgesetz mehr Schutz für die Ordnungskräfte im Land bieten.