Maturantin mit Messer attackiert: 13 Jahre Haft

Jener Portugiese, der im Juni 2016 eine Maturantin in Wels mit einem Messer brutal attackiert haben soll, wurde am Donnerstag zu 13 Jahren Haft verurteilt.

Der angeklagte Duarte D. (25) sagte am Donnerstag beim vierten und letzten Prozesstag am Welser Landesgericht zunächst kein Wort. Der 25-jährige Portugiese saß die ganze Zeit stoisch auf dem Stuhl vor der Richterin, sein Blick war stets auf den Boden gerichtet.

Wie berichtet, soll der Angeklagte im Juni letzten Jahres in einem Welser Nachtlokal völlig unvermittelt auf Natalie R, die er zuvor noch nie gesehen hatte, eingestochen haben. Das Mädchen hatte gerade ihre bestandene Matura gefeiert.

Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Der Beschuldigte stach acht Mal in Bauch, Brust und Schulter seines Opfers ein. Die 19-Jährige überlebte schwer verletzt. Ein zufällig anwesender Mediziner leistete Erste Hilfe.

Duarte selbst versuchte zunächst noch die Tat zu leugnen. Er gab an nur Zeuge "dieses Horrorfilms" gewesen zu sein. Als ihn Bilder der Überwachungskamera überführten, meinte er in der Tatnacht Kokain, Ecstasy und Alkohol in großen Mengen konsumiert zu haben.

Er gab zudem an, Natalie R. stellvertretend für seine Ex-Lebensgefährtin, die ihm sein Kind weggenommen habe, "leiden lassen". Umbringen wollte er die 19-Jährige aber nicht, wie der Beschuldigte behauptete.

Opfer meldete sich per Video



Auch das Opfer meldete sich in einem zugeschalteten Video zu Wort. "Ich habe zuerst geglaubt, dass ich ihm gefalle, weil er mich so angesehen hat. Dann hat er auf einmal zu schreien begonnen und hat wie wild auf mich eingestochen", berichtet die junge Frau weinend.

Auch ihren Traum vom Psychologie-Studium in Salzburg musste die 19-Jährige beenden. "Ich traue mich einfach nicht mehr alleine in eine fremde Stadt zu ziehen."

Zum Ende des Prozesses zeigte der Angeklagte dann doch noch Gefühle. Er meinte: "Ich habe ihr Leben zerstört, das kann ich mir niemals verzeihen. Ich möchte mich bei der ganzen Familie entschuldigen."

Die Geschworenen ließen sich dadurch aber nicht beeinflussen. Duarte D. wurde einstimmig des versuchten Mordes schuldig gesprochen. Er wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt, muss 40.000 Euro Schmerzensgeld bezahlen – nicht rechtskräftig.

(mip)

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