Verstörende Verhandlung am Landesgericht Leoben: Eine 21-Jährige musste sich am Montag wegen zwei Raubüberfällen und einem versuchten Mord verantworten. Die Arbeitslose soll bei einem Tankstellen-Coup Anfang März in Liezen ihrer ehemaligen Arbeitskollegin (35) hinter dem Tresen nicht nur rund 3.770 Euro abgeknöpft, sondern beinahe das Leben genommen haben.
Als die mit einer Sturmhaube maskierte Frau das Geld bereits ohne Gegenwehr erhalten hatte – sie will es aufgrund ihrer schlechten finanziellen Lage und den Kosten für ihren exorbitant hohen Zigarettenkonsum gebraucht haben – stach sie laut Anklage mit einem mitgebrachten Messer siebenmal auf Brust und Kopf der Angestellte ein, völlig ohne Vorwarnung.
"Nur weil sie eine dicke Jacke und großes Glück hatte, überlebte sie den Angriff mit einem Schnitt an der Schläfe", so der Staatsanwalt. "Wäre es blöd gelaufen, hätte sie einem fünfjährigen Kind die Mama genommen", schildert das vom Vorfall schwer gezeichnete Opfer laut "Krone" im Gerichtssaal.
Dann kam es zum Eklat: Die Angeklagte begann auffällig zu grinsen und zu lachen. Auf die Frage, was witzig wäre, entgegnete die 21-Jährige nur: "Mir ist kalt." Das krankhafte Lachen sei auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen, erklärte ihre Verteidigerin. Die junge Frau würde zudem seit Jahren Stimmen hören, die ihr die Taten eingeflüstert hätten. "Ich hatte den Drang, zuzustechen", meinte sie selbst.
Noch bevor aus der jungen Frau eine richtige Serientäterin werden konnte (weitere Überfalle waren laut Ermittlern in Planung), wurde sie geschnappt. Die Geschworenen sprachen die Angeklagte schließlich einstimmig schuldig und verurteilten sie zu 14 Jahren Haft plus Einweisung – nicht rechtskräftig.