Ein Kurzvideo von Lionel Messi wenige Minuten vor dem WM-Finale gegen Spanien sorgt für Diskussionen. Das Video zeigt den argentinischen Kapitän unmittelbar vor dem Anpfiff – und seine ungewöhnliche Ansprache an die Mannschaft.
Spanien setzte sich am Sonntag im MetLife Stadium mit 1:0 nach Verlängerung gegen den Weltmeister von 2022 durch. Ferran Torres erzielte den entscheidenden Treffer in Minute 106. Die Spanier dominierten die Partie über weite Strecken und holten sich verdient den WM-Titel.
Argentinien hatte sich zuvor nach umkämpften Siegen gegen Kap Verde, Ägypten und die Schweiz sowie einem Halbfinal-Erfolg gegen England ins Endspiel gekämpft. Während des Turniers geriet die Mannschaft aber immer wieder wegen ihrer harten Spielweise und schmutzigen Aktionen in die Kritik. Nach dem Schlusspfiff des Endspiels eskalierte die Situation schließlich in einer Massenrangelei mit den spanischen Spielern.
Das Video zeigt Messi, wie er seine Mannschaft mit der argentinischen Wimpelfahne auf das Spielfeld führen will. Die Spieler wirken dabei niedergeschlagen. Der Superstar versucht, seine Teamkollegen aufzubauen.
"Kommt schon, Burschen, bleibt ruhig. Bleibt ganz ruhig. Denkt einfach nur ans Spielen. Bleibt ruhig. Vergessen wir alles andere. Denkt einfach nur ans Spielen."
Diese Worte lösten in den sozialen Medien zahlreiche Spekulationen aus. Viele Fans fragen sich, ob innerhalb der Mannschaft kurz vor dem Finale etwas vorgefallen sein könnte.
Einige vermuten, Messi habe seine Mitspieler aufgefordert, die negative Wahrnehmung Argentiniens während des Turniers auszublenden. Immer wieder war behauptet worden, die Schiedsrichter hätten die Südamerikaner in der K.-o.-Phase bevorzugt.
Nach dem 3:2 gegen Ägypten im Achtelfinale hatte Teamchef Hossam Hassan der FIFA nach mehreren umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen zugunsten Argentiniens sogar Manipulation vorgeworfen.
Auch die Schweiz zeigte sich nach dem 1:3 im Viertelfinale verärgert. Stürmer Breel Embolo hatte nach einer VAR-Überprüfung eine umstrittene zweite Gelbe Karte gesehen.
Andere Fans glauben hingegen, die Spieler seien emotional gewesen, weil es womöglich Messis letztes WM-Spiel gewesen sein könnte. Offiziell hat der 39-Jährige seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft allerdings noch nicht bekannt gegeben.
Nach der Niederlage verloren mehrere Argentinier die Nerven. Leandro Paredes wurde ausgeschlossen, nachdem er Eric Garcia am Hals gepackt und Gavi zu Boden gestoßen hatte. Nahuel Molina schlug Rodri beim Vorbeilaufen gegen den Oberkörper, auch Thiago Almada war an den Tumulten beteiligt.
Trainer Lionel Scaloni verließ später seine Pressekonferenz unter Tränen. "Wir brauchen Zeit, um neu anzufangen und wieder eine Mannschaft wie diese aufzubauen. Es wird schwer, eine solche Gruppe noch einmal zu formen. Es tut mir in der Seele weh. Es tut mir leid."