Zwei Spiele, zwei Kantersiege und zwei Tore – Superstar Lionel Messi ist der Saisonstart bei Paris Saint-Germain geglückt. Gerade beim 5:0-Erfolg bei Clermont Foot in der Vorwoche glänzte der in der letzten Saison unter den Erwartungen gebliebene Argentinier schon fast wie zu besten Barça-Zeiten.
Weniger glanzvoll ist dafür ein umstrittenes Projekt von Messi abseits des Fußballplatzes. Der siebenfache Ballon d’Or-Gewinner ist seit vergangenem Mai offizieller Tourismusbotschafter von Saudi-Arabien. Ein Land, das wegen Menschenrechtsverletzungen permanent in der Kritik steht.
Hinrichtungen sind im Wüstenstaat an der Tagesordnung. Und dieses Schicksal droht auch Mohammed al-Faraj. Der damals 15-Jährige wurde 2017 beim Kegeln mit Freunden festgenommen, weil er an Kundgebungen teilgenommen habe. Der Vorwurf lautet: mutmaßliche Verbrechen gegen die saudische Regierung.
Gemäß der Familie von al-Faraj soll der Teenager in ein Gefängnis für Erwachsene gebracht und dort erst verhört und dann gefoltert worden sein. Die zuständige Staatsanwaltschaft plädierte schließlich für das höchstmögliche Strafmaß, die Todesstrafe.
Laut einem aktuellen Bericht der "Times" sollen die Familienangehörigen des Angeklagten nun in einem offenen Brief versuchen, mit Hilfe von Messi für die Rettung des zu Tode verurteilten Mannes zu sorgen. "Wir bitten um Ihre Aufmerksamkeit, wir bitten Sie, die Not unseres geliebten Mohammed, der uns als Kind genommen wurde, so gut wie möglich zu lindern", heißt es in dem Schreiben.
Die al-Farajs beschreiben weiter, dass Mohammed im Knast von Wärtern geschlagen, getreten und mehrere Stunden lang gefesselt worden sei. Das Entsetzen über das Geschehene ist grenzenlos. "Wie konnten sie ein Kind so grausam und rücksichtslos behandeln?", schreibt die Familie mit verzweifeltem Unterton.
Im Fußball hat Messi seinen Teams schon oft aus scheinbar hoffnungslosen Situationen hinausgeholfen, jetzt soll er Mohammed vor dem Tod bewahren. "Als saudi-arabischer Tourismusbotschafter haben Sie viel Einfluss. Nutzen Sie ihn, um einem jungen Mann das Leben zu retten."
Der Fußball-Superstar selber hat sich zu der Angelegenheit noch nicht zu Wort gemeldet. Kritik an Messis Engagement in Saudi-Arabien wurde jedoch schon im Februar laut, als Menschenrechtsorganisationen Alarm schlugen und davor warnten, dass das Saudi-Regime Messis Namen missbrauche für Image-Pflege. Medienberichten zufolge wollten die Saudis vor dem PSG-Stürmer eigentlich Cristiano Ronaldo als Tourismus-Botschafter gewinnen. Dieser sagte aber trotz einem Angebot von kolportierten 5,7 Millionen Euro ab.