In Koffern voll Lokum – Wiener Gang schmuggelte "Meth"

Roman Tenschert, Mathias Burger und Andreas Strobl (v.l.n.r.) vertreten Angeklagte.
Roman Tenschert, Mathias Burger und Andreas Strobl (v.l.n.r.) vertreten Angeklagte.Sabine Hertel, Denise Auer, iStock, privat
Eine internationale Gang operierte aus Wien. 2019 kamen kiloweise Crystal Meth aus Schwechat (NÖ) in die weite Welt – 9 Schmuggler sind angeklagt.

Trotz süßer Beschreibung waren diese Jobs kein Zuckerschlecken: Tausende Euro bar auf die Hand, ein Wochenende Party in der Türkei, Dubai, Tokio oder Australien. Einziger Haken: Der von flüchtigen Hintermännern "Sam" und "Daniel" bereitgestellte Reisekoffe, den man mitnehmen müsse. Denn in den Trollys sollen pro Flug rund 1,8 Kilo reinstes "Crystal Meth" transportiert worden sein, teilweise auch in Paketen mit türkischem Honig – auch Lokum genannt.

Polizei in Japan entdeckte Drogen

Japanische Ermittler spürten die gefährlichen Drogen am 23.11.2019 erstmals auf, verhafteten einen der Träger. Dadurch flog die ganze Gang auf. Ab Mittwoch wird neun Mitgliedern am Straflandesgericht der Prozess gemacht. Anwalt Roman Tenschert vertritt den Erstangeklagten. Er bekennt sich der als Einziger nicht schuldig. "Mein Mandant wurde in einem Casino angesprochen und glaubte, er solle Albino-Krokodil- und Schlangenleder für Louis Vuitton schmuggeln." 

Es drohen 15 Jahre Haft

Dem widerspricht nicht nur der Achtangeklagte. Sein Anwalt Mathias Burger sagt: "Mein Mandant wusste von der 'weißen Ware' und bekennt sich schuldig. Er hat es auf Bitten des Viertangeklagten einmalig getan. Es tut ihm leid." Auch Andreas Strobls Mandant will "nur eine Flugreise unternommen" haben. Doch auch ein einmaliger "Ausrutscher" kommt teuer. Es drohen bis zu 15 Jahre Haft – es gilt die Unschuldsvermutung.

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