Das Parlament in Mexikos Hauptstadt plant eine Debatte über die Legalisierung von Cannabis. Die Zeit der Ablehnung einer Freigabe sei vorbei, sagte Bürgermeister Miguel Ángel Mancera am Mittwoch in Mexiko-Stadt. Die Statistiken aus den vergangenen 30 Jahren seien der Beweis dafür, dass ein Verbot weder die Zahl der Verbrechen noch die der Abhängigen oder die in Umlauf gebrachte Drogenmenge reduziere. Stattdessen gebe es eine hohe Opferzahl.
Das Parlament des Hauptstadtbezirks will die Debatte über eine Lockerung der Gesetze in der kommenden Woche eröffnen. Derzeit wird in Mexiko-Stadt der Besitz von bis zu fünf Gramm Cannabis zum eigenen Verbrauch toleriert. Der Anbau und der Verkauf der Droge sind aber verboten.
In Uruguay hatte das Abgeordnetenhaus Ende Juli für eine Legalisierung gestimmt. Der lateinamerikanische Staat wäre das weltweit erste Land, das den Anbau und Verkauf von Marihuana vollständig legalisiert und unter staatliche Aufsicht stellt. Der Senat muss dem umstrittenen Gesetz aber noch zustimmen.
Auch in Mexiko entbrannte eine intensive Debatte über eine mögliche Legalisierung. Unter anderem sprachen sich Ex-Präsident Vicente Fox und der frühere Innenminister Fernando Gómez Mont dafür aus. Im mexikanischen Drogenkrieg wurden seit dem Jahr 2006 mehr als 70.000 Menschen getötet.