Nach dem Abschuss der malaysischen Passagiermaschine Flugnummer MH17 mit fast 300 Toten trafen am Montag niederländische Experten zur Identifizierung in Donezk ein. Es sind die ersten holländischen Spezialisten am Absturzort, zwei Drittel der Opfer stammten aus den Niederlanden. Gleichzeitig stößt die ukrainische Armee in die ostukrainische Metropole vor, sie ist seit Monaten in den Händen der Rebellen.
Die Separatisten wollen den Niederländern helfen, den Absturzort zu besichtigen und die in zwei Kühlwaggons gelagerten Leichen nahe der Ortschaft Tores zu inspizieren. Bisher sind 272 Leichen geborgen worden. Neben den Niederländern wird auch ein Expertenteam aus Malaysia am Montag erwartet. Derzeit sind schon Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vor Ort. Nach der Inspektion in Tores sollen die Züge nach Charkow rollen.
In der 300 Kilometer entfernten Großstadt befinden sich bis dato insgesamt 31 Ermittler. Neben 23 Niederländern sind das Experten aus Deutschland, Großbritannien, Australien und den USA.
Aufstände am Absturzort postiert
Die Rettungskräfte kritisieren nach wie vor die Anwesenheit der Separatisten am Absturzort. Die Bewaffneten würden die Suche erheblich behindern, so der Vorwurf. Die Rebellen weisen das zurück, sie würden nur die Rechtmäßigkeit der Ermittlungen überwachen.
Kämpfe um Donezk
Ukrainische Soldaten versuchen unterdessen, in Donezk einzudringen. Es soll Kämpfe in der Innenstadt geben. Rund um den Bahnhof haben mehrere Artilleriegeschosse eigeschlagen. Zivilisten rennen um ihr Leben.
Putin will kooperieren
Angesichts zugesagt. Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten freien Zugang für Ermittler gefordert und Moskau mit schärferen Sanktionen gedroht. Putin bot Hilfe bei der Übergabe der Leichen und des Flugschreibers der Boeing an.
Boden-Kuft-Rakete gegen Boing
Die Maschine der Malaysia Airlines soll von einer . So sehen die ukrainische Regierung in Kiew und die USA die Sache. Im Gegenzug beschuldigen die Aufständischen Kiew.
Echtheit von Telefonmitschnitt bestätigt
Die US-Regierung gab Russland am Sonntag deutlicher denn je eine Mitverantwortung an dem Unglück. Das eingesetzte Buk-Abschusssystem könne nur "von Russland in die Hände der Separatisten gelangt" sein, so Außenminister John Kerry. Angeblich bestätigen Experten die Authentizität eines nach dem Abschuss von MH17 wiedergeben soll.
Moskau "kann nichts dafür"
Damit will Putin aber nichts zu tun haben, er weist eine Verantwortung Russlands zurück und warnt vor einem politischen "Missbrauch" der Katastrophe. Hätte die prowestliche Regierung in Kiew Ende Juni den Kampf gegen die Separatisten nicht wiederaufgenommen, wäre die Tragödie nicht geschehen, so der Kreml-Chef.
Sicherheitsrat stimmt über Resolution ab
Der UN-Sicherheitsrat könnte am Montag über einen von Australien eingebrachten Resolutionsentwurf beraten. Darin wird ein Ende aller Kampfhandlungen rund um den Absturzort verlangt. Zudem werden alle Akteure in der Region, unter ihnen auch Russland, zur Zusammenarbeit mit den internationalen Ermittlern aufgefordert. Moskau könnte die Resolution mit seinem Veto blockieren.